Texte ins Nichts I

Übersteigerter Ehrgeiz und anspruchsvolles Arbeiten scheinen sich in dieser unserer, neoliberalen, scheindemokratischen Gesellschaft gut ergänzen zu können, doch dies ist ein Irrtum. Ein jeder möge sich die entsprechenden Belege dafür aus dem eigenen Fach-, Berufs- oder Interessensbereich ins Gedächtnis rufen: beispielsweise die schusseligen Chefs und Chefinnen, die wunderbar von Innen heraus zu glänzen und noch besser zu delegieren und Mitarbeiter anzutreiben wissen, selbst aber aktuell nur Mist produzieren und überfordert sind auf der erreichten Position. Die tun mir wirklich leid, mit denen möchte ich nicht tauschen, weder mit denen, die ihre Begrenztheit erkennen noch mit denen, die sich weiterhin für herausragend halten. Eigentlich müssen diese Leute natürlich weg, in und aus allen Lebensbereichen müssen sie weg, um eben nicht ersetzt zu werden; doch wie wir alle wissen, geht das nur mit Gewalt, die dann wieder nur von Überehrgeizigen ausgeübt werden würde, die nichts mehr wollen als den Thron – ein Teufelskreis, in dem protestantische Arbeitsethik, krankhafter Hedonismus, Gier, Geiz und Geltungssucht ihr Unwesen treiben. Natürlich gibt es gelegentlich und sehr selten Ausnahmen, Menschen, die sich aus eigener Kraft heraus gegen das neoliberale Weltbild und all diesen mythologisch aufgeladenen Scheiß wenden, Sie wissen schon, unsere freie Gesellschaft, die glorreiche Demokratie, in der es, glaubt man zum Beispiel dem zentralen Presseorgan der Republik, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, allen sehr gut geht, weil die Wirtschaft „brummt“, wobei wir wieder bei dieser durch und durch krankhaften protestantischen Arbeitsethik sind, unter deren Knute so viele „Glückliche“ zu funktionieren haben, ansonsten Hartz-4 droht, aber selbst die sind ja, glaubt man dem zentralen Presseorgan der Republik, noch glücklich zu nennen, denn man denke nur an die armen Menschen, die in aller Welt die Drecksarbeit zu machen haben für unsere westlichen Demokratien und unsere unvergleichliche „freie“ Lebensweise, die offensichtlich wesentlich darin besteht, sich selbst bei jeder Gelegenheit zu feiern, was heißt, in der zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Arbeitskraft gewährten Freizeit auf dem Sahnehäubchen der Welt herumzulaufen und zu saufen und zu fressen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Nur dass es Gott gar nicht gibt, und wenn, dann wäre er, oder sie, oder es, nichts weiter als das gefeierte Opfer des eigenen, übersteigerten Ehrgeizes, mit dem er oder sie oder es die armen Menschenkinder infiziert hat, durch blödsinnige Texte oder seltsame Propheten. Was also tun? Imgrunde ließe sich die Situation für den Planeten Erde nur verbessern durch häufiges Unterlassungstun, was nicht mit Nichtstun zu verwechseln ist, wobei wir beim „Maß aller Dinge“ angekommen wären, und zwar nicht in dem Sinne des Protagoras, Sie wissen schon: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind“, sondern im Sinne des ganzen, aus dem Weltall herausragenden Planeten, der das, nämlich herauszuragen als bestens bestellt, als einziger darf und sollte, es auch könnte und würde, täte der Mensch nur dem nicht zuwiderhandeln. Imgrunde müsste es heißen, der Mensch dient dem Maß aller Dinge, wobei vorausgesetzt wäre, er wüsste wie. Mit übersteigertem Ehrgeiz, protestantischer Arbeitsethik, krankhaftem Hedonismus, mit Gier, Geiz und Geltungssucht aber wird das nix, das kann ich Ihnen versichern.

Dieser Text ist in freier „kleistscher“ Gedankenassoziation entstanden und ohne Unterschrift gültig.

 

 

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„Ein Künstler ist nicht beschränkt. Ein Künstler ist grenzenlos.“

Die alarmierenden Meldungen, dass da draußen kaum ein anspruchsvolles Lesepublikum übrig sei und es zudem auch noch in naher Zukunft ganz aussterben werde, sind grad in Mode in den Zeitungen. Leider aber scheinen sie die Wahrheit zu beleuchten. (Ich merkte dazu bereits etwas an. =>) Die Hochzeiten der Oper aber oder die des Spielfilms sind schließlich auch einmal zuende gegangen, warum also nicht auch die der anspruchsvollen Literatur? Fragt man sich. Gute, neue Opern sind also die absolute Ausnahme, ebenso wie neue, gute Spielfilme. Wie aber mit dem oben angedeuteten Umstand der Verflachung der aktuellen, zeitgenössischen Literaturwelt umgehen als ein Schreibender, vor allem als einer, der die besagte Hochzeit der Literatur ohnehin in den generationen- und epocheübergreifenden Zeitraum von Ende des 18. Jahrhunderts bis 1989 ansiedelt? So wäre man, ist man ja ohnehin zu spät dran, allerdings aber auch noch nicht tot oder uralt … will sagen, anstatt rumzujammern oder sich dem Diktat der Verlage und deren Programmleitungshippstern zu unterwerfen, ist schreiben angesagt, erzählen, erfinden, Ingangsetzen von Sprache – ganz gleich, ob da draußen noch etwas oder jemand ist. Schließlich ist man frei zu tun, was man will. Freiheit bekommt man nicht gewährt, man nimmt sie sich. Und trägt die Konsequenzen. Peter Handke drückt dies ganz einfach aus: „Ein Künstler ist nicht beschränkt. Ein Künstler ist grenzenlos.“ So isses!


Zitat aus: Peter Handke im Gespräch mit Katja Gasser.

Gespräch zwischen Peter Handke und Katja Gasser in der österreichischen Botschaft in Paris.
ORF-Sendung ‚Das ganze Interview‘, ausgestrahlt am 03.03.2016.

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Mal zwischendurch was anderes, und zwar aus dem Bereich des Elitarismus und der Irrelevanz

Der Schriftsteller Felix Philipp Ingold hat in der Neuen Zürcher Zeitung etwas zum Besten gegeben, über das ich auch lange schon nachgedacht, es mangels Fleißes aber nicht verschriftlicht habe. Warum auch, dachte ich immer wieder, interessiert ja doch keine Sau. Ingold erklärt jedenfalls, dass die kanonisierte (Welt-)Literatur ausgedient habe und die einzelnen Werke gegengelesen werden müss(t)en, um ihren literarischen Rang, wenn denn vorhanden, ganz individuell und aktuell erkennen zu können. Ja. Okay. Dann schreibt er noch, ich zitiere (direkt, um mir die schweißtreibende Arbeit der Umsetzung in den Konjunktiv zu ersparen): „Wo jeder als Künstler und alles als Kunst taugt, werden individuelle Autorschaft wie auch künstlerisches Vermögen unerheblich. Anstelle von nachhaltiger Kunst ist zeitgemässes Design gefragt: Schablone und Manier statt Eigensinn. Künstlertum (wenn nicht gar Genie) wird auch Nichtkünstlern umstandslos zuerkannt: Starköche, Starfussballer, Starmodels sind gleichermassen von einer künstlerischen Aura umgeben.“ Auch okay. So isses. Daraus leitet er ab, dass heutige Autoren ohnehin nicht in einen Kanon geraten werden und es Nachruhm ganz grundsätzlich nicht mehr geben wird können, so wie dies noch für zu ihrer Zeit wenig beachtete Autoren wie Kafka oder Musil galt. Jau, stimmt wahrscheinlich. Zum Ende seines Beitrags schreibt Ingold dann noch dieses, was direkt auf den literaturschaffenden Menschen gemünzt ist: „Wer noch einem Kunstbegriff nachhängt, der auf Können und Wollen angelegt ist, der zieht den naheliegenden Vorwurf des Elitarismus auf sich, der gemeinhin mit Überheblichkeit und Irrelevanz gleichgesetzt wird. (…) / Kein Autor darf in diesen Zeiten noch hoffen, irgendwann in postumer Zukunft in die kanonisierte Weltliteratur aufgenommen zu werden – der Shootingstar und vielfache Preisträger von gestern ist morgen wieder vergessen. Aber schon bald wird es wohl auch keinen mehr geben, der als «Klassiker» dem Schulbuch und der Ewigkeit angehören möchte.“ Tja, mmh, wer wollte je schon im Schulbuch landen? Aber abgesehen davon muss ich, der ich der ingoldschen Einschätzung in weiten Teilen zustimme, für meinen Teil deutlich niederschreiben, dass ich trotz der beschriebenen Situation weiterhin „nachhaltige Kunst im Sinne eines Kunstbegriffes“ betreibe, der auf „Können und Wollen“ angelegt ist, woraus folgt, dass ich meine Texte weiterhin nach den höchstmöglichen literarischen Kriterien beurteilt wissen will und nicht nach den quantitativen einen neoliberalen Marktes, für den dann doch bitteschön die passenden Autoren die passenden Texte für das passende Publikum liefern sollen. So weit, so bedenklich. Zum Ende noch dieses: Ich schreibe, also widerstehe ich. Es lebe der Elitarismus!


Die Klassiker haben ausgedient. Von Felix Philipp Ingold,

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Ankündigung: sukzessive Online-Veröffentlichung meines Romans „Ankerlichten“

Anlässlich meines zweiten Aufenthaltsstipendiums im Künstlerdorf Schöppingen, der erste Aufenthalt dort fand 2010 statt, präsentiere ich meinen damals begonnenen und inzwischen fertiggestellten Roman Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache aus meinem Nachlass zu Lebzeiten heraus online auf dieser meiner Website.

ZUM ROMANTEXT =>

Robert Musil veröffentlichte übrigens ein Buch mit dem Titel Nachlaß zu Lebzeiten und schreibt in seiner Vorbemerkung: „Warum Nachlaß? Warum zu Lebzeiten? Es gibt dichterische Hinterlassenschaften, die große Geschenke sind; aber in der Regel haben Nachlässe eine verdächtige Ähnlichkeit mit Ausverkäufen (…): ich habe jedenfalls beschlossen, die Herausgabe des meinen zu verhindern, ehe es soweit kommt, daß ich das nicht mehr tun kann. Und das verläßlichste Mittel dazu ist, daß man ihn selbst bei Lebzeiten herausgibt; mag das nun jedem einleuchten oder nicht.“

In diesem Sinne werde ich meinen Roman, 480 (Norm-)Seiten stark, als unlektoriertes (wenngleich vollkommen fertiggestelltes) Manuskript letzter Fassung darbieten; der Roman hat 27 Kapitel (inklusive Epilog), die nach und nach veröffentlicht werden. Es sei noch angemerkt, dass ein wirkliches Interesse seitens der Verlage (oder der Literaturagenturen) an diesem Text zu keiner Zeit bestanden hat, wahrscheinlich deswegen, weil als Roman verkleidete Memoiren, als Roman verkleidete Bekenntnisse zu einer Lebensweise oder einer Sportart und als Roman verkleidete Berichte über Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, berühmte Forscher, erlittene Krankheiten oder das Älterwerden für die auf genau solche Texte konditionierte, in Unmündigkeit gehaltene Leserschaft, überwiegend alte Tanten beiderlei Geschlechts, einfach mehr Geld in die Kasse spülen als Texte, die eine tatsächlich aus der Wirklichkeit heraus erfundene Geschichte darstellen und sich durch hohe literarische Qualität auszeichnen. (Felix Philipp Ingold beschreibt das von mir Gemeinte hier >>> sehr schlüssig!) Den anspruchsvollen Lesern und Leserinnen bleibt so mangels Herausgabe zeitgenössischer Texte von Format fast nur noch das Lesen der sogenannten Klassiker, deren Autoren und Autorinnen allerdings zu ihrer Zeit mit den selben Problemen zu kämpfen hatten wie wir Heutigen, so dass sich bestenfalls konstatieren lässt, dass alles schon immer so scheiße war. Allerhöchstwahrscheinlich, das sei noch angemerkt, hat Mara Delius mit ihrer Polemik „Warum der Literaturbetrieb die falschen Männer hat“ durchaus recht! So schreibt sie:

„Dass es so viel brave, falbe, biedere, staubige, teigige, dröge, pellkartoffelige, also: so viel schlechte Literatur gibt, liegt nicht an Frauen – weder an denen, die da sind, noch an denen, die fehlen. Es liegt daran, dass manche Leute schreiben können. Und sehr viele eben nicht.

Wieso die dann trotzdem in Massen verlegt, gedruckt und gefeiert werden und andere, bessere im Hintergrund verschwinden lassen? Der Verdacht: Es liegt an fehlendem Gespür für Form, Haltung, an mangelnder Geistesschärfe, kurzum: an ästhetischem Theoriebewusstsein. Früher war das eine männliche Domäne. Heute kann sich da keiner mehr so sicher sein – Glück für die Frauen, Pech für die Bücher.

Was heißt das? Ganz einfach: statt sich an einem verunsicherten Schattenpatriarchat zu orientieren, lieber eine starke Ästhetik behaupten. Wenn es auf einmal zwei schwache Geschlechter gibt, gibt es vor allem: eine schwache Literatur.

(Vorsicht: Springer-Presse! Aber was soll man machen, wenn in der Süddeutschen, der FAZ usw. überwiegend Stuss steht!)

ZUM ROMANTEXT =>


Hinweis: Das Copyright © und alle denkbaren Rechte an „Ankerlichten oder: Des Herrn Daubenfußes Rache“ liegen weltweit und darüber hinaus bei Norbert W. Schlinkert. Das Kopieren des Textes oder einzelner Teile ist ausschließlich für den privaten Gebrauch gestattet, sonstige Be- und Verarbeitung und eine Verbreitung in welcher Form und mittels welcher Medien und Techniken auch immer ist unter keinen Umständen gestattet.

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„Bin doch schon bei meiner Lebzeit gestolpert mitten im Höllenritt“ – Peter Baums Novellen

Peter Baum: Im alten Schloß. Novellen. Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker

Rezensiert von Norbert W. Schlinkert

Der Novellenband Im alten Schloß von Peter Baum (1869–1916) erschien 1908 in Berlin bei Paul Cassirer. Die sechs Novellen, nun im Elsinor Verlag neu herausgegeben von Martin A. Völker, bieten dem heutigen Leser einen tiefen Einblick in die düstere und abgründige Gedankenwelt des literarischen Frühexpressionismus.

Bereits in der titelgebenden ersten Novelle tauchen nahezu all die Motive auf, denen Peter Baum sich widmet. In Im alten Schloß fügt er eine kurze Rahmenhandlung einem sehr alten, auf dem Dachboden des Schlosses gefundenen Manuskript eines unbekannten Vorbesitzers hinzu. Der neue Besitzer versenkt sich lesend in ihm. Es stammt aus einer Zeit lange vor der seines Großvaters, der das Schloss einst kaufte. Noch bevor der Auszug aus dem Manuskript präsentiert wird, ist die Quintessenz deutlich vermerkt. „Wir mögen“, so heißt es, „das Edelste oder das Schlechteste tun, es wird in der Ewigkeit keine Wimpernbewegung sein“ (S.7), ja über den Lesenden kommt gar die „Sehnsucht, etwas zu begehen, Frevel, bei denen wir aufschreien vor Entsetzen. Damit in der Zeit doch etwas empfunden wird.“ (ebd.) Denn auch, so heißt es weiter, „das Böse stirbt. Aber es ist doch ein Schrei über der Ewigkeit, den Gott hören sollte.“ (S.8) Peter Baum legt in erzählender Form dar, was (der zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark diskutierte) Friedrich Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches betont, dass nämlich der Mensch weder für seine Taten noch für sein Wesen verantwortlich ist und Richten und Über-sich-selbst-Richten soviel als ungerecht sei, eben deswegen, weil der Mensch sich zwar für frei hält, nicht aber frei sei.[1]

Der Kern der Novelle besteht schließlich aus einer Art eigener Lebensbeschreibung im Stile des frühen 18. Jahrhunderts. Die Vergangenheit des mit „abgezwackten Füßen“ (siehe S.8, S.14) vor sich hin lebenden Schlossherren wird dem Leser ohne jede Beschönigung vor Augen geführt, seine rücksichtslose Wollust, sein Jähzorn, die Vergewaltigungen, Misshandlungen und Morde, vor allem aber auch sein zwiespältiger Glaube an Gott. So heißt es, er begreife leicht, „daß wir selbst Gott seien und er ohne mich keinen Nu leben könne. Das wird ihn aber nicht hindern, uns in den tiefsten Höllenpfuhl zu werfen.“ (S.9) Zugleich aber glaubt er an den Teufel als den „Fürsten des Erdkerns“, als „Saatkorn der ewigen Qual.“ (S.14) Zudem spielen seine bereits in der frühen Jugend ausgelebten sexuellen Obsessionen eine wichtige Rolle, und auch dieses Motiv findet sich in den weiteren Novellen des Bandes wieder, offen oder verklausuliert. In Erlösung der geistig Armen (die einzige Novelle, die ganz in der ersten Person Singular verfasst ist) erinnert sich der Ich-Erzähler etwa an seine erste, unglückliche Liebe in jungen Jahren und an die lustvolle Annäherung auf eben jenem Friedhof, auf dem der Vater des Mädchens begraben liegt. Selbst schon die ganz jungen Menschen sind nicht glücklich in der Welt, die Peter Baum beschreibt.

Peter Baum gestaltet seine Novellen in einer metaphernreichen, kraftvollen, zugleich aber auch abgründigen Sprache, die dem Leser keinerlei Sicherheit oder Ruhepunkte bietet und ihn so geradezu zwingt, intensiv lesend sich einzulassen und auf jedes Wort, jede Wendung und selbst jeden Gedankenstrich zu achten. Vieles bleibt widersprüchlich und unfassbar, weil die Figuren in sich zerrissen sind und an Seele und Körper, an ihren Taten, Gedanken und Gelüsten leiden. Die sechs Novellen des Bandes sind insgesamt eine überaus lohnende Lektüre, durchaus nicht nur für die Liebhaber expressionistischer Literatur, sondern auch für all jene, die mehr als nur Unterhaltung von literarischen Werken erwarten. Der den Band abschließende, kenntnisreiche Essay Atome, Mehlstaub, Wolkenwölfe: Modernität und Krisis bei Peter Baum von Martin A. Völker bietet schließlich darüber hinaus einen tiefen und erhellenden Einblick in den kulturellen und literarischen Kontext, in dem Peter Baum als Schriftsteller wirkte.

Peter Baum / Martin A. Völker (Hrsg.): Im alten Schloß. Novellen. Elsinor Verlag. Coesfeld 2015, 112 Seiten, Taschenbuch, 12,80 € (ISBN 978-3-942788-25-0)

[1] Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe. München, Berlin, New York 1988. Band 2 (KSA 2). S.64.

Die Rezension erschien zuerst in der Zeitschrift Expressionismus, herausgegeben von Kristin Eichhorn und Johannes S. Lorenzen, Ausgabe 04/2016. ISBN 978-3-95808-114-7. S.140-141.

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Die Schwammintelligenz als solche

Es wird höchste Zeit (früher sagte man höchste Eisenbahn), mit einigen ganz offensichtlichen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit zu gehen, und sei sie (sei sie – wie süß!) auch noch so klein. Es geht um die sogenannte SCHWAMMINTELLIGENZ. Ein Thema, dass einen höchst seriösen Artikel verdient hätte, ach was, ganze Sach- und Fachbuchreihen!, aber leider nur von mir wirklich ernstgenommen wird. Und ich habe keine Zeit und keine Lust, Fach- und Sachbücher zu verfassen, nicht einmal in der so beliebten Form des realistischen Romans. Watt also is‘ eene SCHWAMMINTELLIGENZ? Stellen wir uns mal janz dumm – und schon sind wir Teil der selben, der SCHWAMMINTELLIGENZ nämlich, allerdings nur scheinbar, denn wir sind ja von der Höhe unserer geistigen Regsamkeit mit purer Absicht hinabgesunken. Und nun zu etwas ganz anderem, nämlich einer Vorhersage, die zu 100% eintreffen wird: Sobald die geburtenstarken Jahrgänge in’s Rentenalter kommen werden, wird es keinerlei Ermäßigungen und Rabatte für Rentner mehr geben, denn die sind von der vorherigen, wohlhabenden Rentnergeneration, Sie wissen schon, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Joschka Fischer und so weiter, vollends aufgesogen worden. Schade. Aber Neoliberalismus ist eben auch kein Spaß, sondern harte Arbeit! Merken! Unbedingt merken! Aber zurück zur SCHWAMMINTELLIGENZ. Nach seriösen Forschungen ist die zur Erlangung von SCHWAMMINTELLIGENZ notwendige Menge an Menschen exakt die selbe wie diejenige, die zum Erscheinen von SCHWARMINTELLIGENZ führt. Und nicht nur dies, es sind auch immer die selben Menschen, die in ihrer Gesamtheit die eine oder die andere Form annehmen. Interessant, nicht wahr! Was schlussfolgern wir, allesamt Individuen, nun aber eben daraus? Folgendes: Erstens ist die Gefahr gleich Null, ergo nicht vorhanden, dass sich SCHWAMMINTELLIGENZ und SCHWARMINTELLIGENZ gegenseitig an die Gurgel gehen, während es zweitens notwendig ist sich zu vergegenwärtigen, dass es vom Regen in die Traufe nie weit ist, Wasser aber immer nass macht – was dann allerdings eindeutig für die SCHWAMMINTELLIGENZ spricht und diese zu einer letztlich systemrelevanten Erscheinungsform macht. Das dazu!

Dieser Text ist in freier „kleistscher“ Gedankenassoziation entstanden und ohne Unterschrift gültig.

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Das Kapital, schon immer, und nix als das Kapital. Oder: Hiob und Marx.

Ludwig Feuerbach schreibt in Das Wesen des Christenthums folgendes: „Die Religion, wenigstens die christliche, ist das Verhalten des Menschen zu sich selbst, oder richtiger: zu seinem Wesen, aber das Verhalten zu seinem Wesen als zu einem andern Wesen. Das göttliche Wesen ist nichts andres als das menschliche Wesen oder besser: das Wesen des Menschen, abgesondert von den Schranken des individuellen, d.h. wirklichen, leiblichen Menschen, vergegenständlicht, d.h. angeschaut und verehrt als ein andres, von ihm unterschiednes, eignes Wesen – alle Bestimmungen des göttlichen Wesens sind darum Bestimmungen des menschlichen Wesens.“ (Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christenthums. Dritte Auflage, Leipzig 1849, 2. Kapitel. [1. Auflage 1841]) Aber wir wollen uns nicht auf Zitate stützen, sondern fragen, was denn heute in der westlichen Welt dieses Wesen sein kann bzw. ist, das vom Menschen angeschaut und verehrt wird als „ein andres, von ihm unterschiednes, eignes Wesen“. Wenn die Statue des Königs der König selbst ist, und man also den König anpinkelt, wenn man gegen die Statue uriniert, wenn im antiken Griechenland und Rom die Statue des Gottes oder der Göttin immer sie selbst sind als göttliches Wesen, also das mit dem Urinieren auch hier gilt, was ist dann in unserer westlichen Moderne die berühmte Sängerin oder der berühmte Fußball- oder Fernsehstar? Denn, machen wir uns nichts vor, angepinkelt wurden die Angebeteten immer schon auch, nicht nur verehrt, und dies, beides!, heutigentags vielleicht krasser denn je, nimmt man nur (einerseits) das Wort shitstorm als den passendsten Ausdruck ever. Schon der biblische Hiob hat Gott, ganz zurecht, angeschissen, weil dieser wegen einer Wette mit dem Teufel es zuließ, dass des Hiobs Familie ausgelöscht, sein Besitz vernichtet und seine Gesundheit ruiniert wurde. Am Ende muss der von Hiob angeklagte Gott gegen sich selbst als Täter zu Gericht sitzen und verurteilt sich selbst zu Reparationsleistungen, neue Frau, neue Kinder, prima Gesundheit und alles Besitztum doppelt zurück. Doppelt!! Einfach hätte ja wohl auch gereicht, oder? Und da liegt schon eines der Probleme und die üble Wurzel des Kapitalismus. Übrigens: Hätte Gott ganz zeitgemäß die Todesstrafe als Urteil festgesetzt, so hätten wir heute diese ganzen Scheißprobleme nicht mit der absolut ungerechten Verteilung des Besitzes und der Produktionsmittel auf diesem Planeten – aber nein, aber nein, aber nein, Gott als der ultimative Oberkrösus kauft sich praktisch frei, macht einen Einzelnen, also Hiob, wieder zum wohlhabenden, zum doppelt wohlhabenden Mann und nimmt ihm so alle Wut und Energie und also den Antrieb, aufgrund der gemachten Erfahrung mit Besitz über eben das Besitztum als solches nachzudenken und eine Schrift dazu zu verfassen, nämlich Das Kapital. Etwa zweitausendzweihundert Jahre, bevor Karl Marx den Widerstand gegen diese Verteilungspraxis von Besitz und Kapital wieder aufnahm, hätte Hiob (andere Schreibweise: Job) zum Begründer einer gerechten Weltordnung werden können, was dann etwa vierhundert Jahre später ein gewisser, von Gott aus seinem schlechten Gewissen heraus geschickter Jesus von Nazaret wieder hätte tun können, aber auch dieser hinterließ keine eigenen Schriften und hatte (wie Hiob) leider auch keinen kongenialen Schriftsteller zur Seite, so wie Sokrates, der sich ebenfalls geweigert hatte, seine Gedanken zu verschriftlichen, mit „seinem“ Platon. Gegen die Schriften Platons sind die meisten biblischen Texte krude und fordern kaum einmal zum selbständigen Denken auf, während allein der Bericht Platons über die Anklage des Sokrates, nach der er durch seine Reden die Jugend verderbe, schon die klarste Vorlage bietet, über Herrschaft, Gerechtigkeit, Tod und vieles weitere nachzudenken. Und heute gilt es eben wieder nachzudenken und damit den Lauf der Dinge zu ändern, bevor all die Fullsize-Kapitalisten und selbsternannten Götter dieses Planeten es getan haben werden und noch krasser als zuvor weitermachen mit dem Töten von Menschen und dem Ruinieren der schönen Erdkugel. So. Das dazu!

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Der überaus dienstbare (und sich gegen jedes Beenden wehrende) Skype Translator – ein Mensch-Maschine-Poem. Oder: Aber die Mäuse müssen wir verstehen, dass du der Rücken bist.

Hallo.
Nein.
Er ist.
Business Englisch zu sehen, was ist der Stachel. Es ist zurück, aber meine Ansicht.
Contact Studios.
Hilfe.
Siehst du das.
Simat Schwedisch.
Rufen Sie mich an.
Aufruf.
Mikrofon stumm schalten.
Nicht verwendetes Mikrofon.
Und so die Mädchen oder sagen Sie Dinge.
Lautsprecher.
Nicht einfach.
Ich weiß, was es ist. Ich zerbrach die Cofo viel dicker als.
Diese.
Das ist das dann.
Das ist so.
Das ist wirklich das.
Milo meine.
Meine.
Ich zu viel.
Ich zu viel.
Es ist lieb.
Dienen Sie zu sehen, okay.
Sir.
Sicher.
Aber die Mäuse müssen wir verstehen, dass du der Rücken bist.
Gute.
Ja, *** mein Untergang.
Das ist nicht fantastisch.
Daher sehen wir in der Hoffnung.
Ich liebe.
Sehen.
Sprache ändern.
Okay.
Da die Einstellungen Step Translator und fähig.
Ja.
Was ist dieser Schnitt alle besonderen Taten?
Keine anderen Optionen.
Skype Translator.

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Gerhard von Amyntors „Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus“ (1881), neu herausgegeben und mit einem Essay versehen von Martin A. Völker

Um 1880 herum verstärkten sich im politischen Getriebe des Kaiserreichs die nationalistischen und antiliberalen Tendenzen. Offene Zurschaustellungen von Judenhass waren ebenso an der Tagesordnung wie immer häufiger en passant auftauchende antisemitische Ressentiments in Form von Redewendungen und vermeintlich harmlosen Zuschreibungen. Der Herausgeber Martin A. Völker macht in seinem Gerhard von Amyntors Buch „Eine moderne Abendgesellschaft“ beigegebenem, umfangreichen Essay „RICHTIG LEBEN IM FALSCHEN: ÜBER DIE AUTORSCHAFT DES GERHARD VON AMYNTOR (1831–1910)“ auf diese Tendenz der damaligen Zeit aufmerksam und zitiert entsprechende Belege aus Amyntors Schriften. Deutlich wird, dass Amyntor aus seiner konservativ-liberalen Sicht heraus durch diese Entwicklung die Werte der Aufklärung gefährdet sieht, werden doch seiner Ansicht nach Hass und Vorurteile mit dem Gerede über Toleranz und Gleichheit nur „oberflächlich verkleistert, bis sie [die Judenfrage] immer wieder, ein moralisches, fressendes Geschwür, am Körper der Gesellschaft aufbricht“. (S.62)

Moritz Busch vs. Gerhard von Amyntor

Mit seinem 1881 erschienenen Text „Eine moderne Abendgesellschaft“ schaltet sich Amyntor nun, so führt Völker in seinem Essay weiter aus, in die sich verschärfende Diskussion um die Judenfrage ein, ausgelöst vor allem durch den bekannten Journalisten Moritz Busch. In seinem 1880 erschienenen Buch „Israel und die Gojim. Beiträge zur Beurteilung der Judenfrage“ stellt sich Busch eindeutig auf die Seite der Antisemiten und behandelt, so Völker, das Judentum ausdrücklich nicht als Religionsgemeinschaft, sondern als Rasse. Amyntors Antwort auf derlei Publikationen ist nun nicht ein theoretischer oder konfrontativer Text, sondern ein von ihm gleichsam „protokollierter“ typischer Dialog auf einer Abendgesellschaft, ausgelöst allein, so Amyntor einleitend, durch das vom Herrn Geheimrath in die Runde geworfene Wörtlein „Semiten“. Die Teilnehmer beziehungsweise Ohrenzeugen der Diskussion um die Judenfrage sind nun neben dem Geheimrath ein Licentiat, eine alte Jungfer, ein Referendarius, ein Centrumsmann, ein Maler, ein Backfisch, ein Lieutnant, ein Arzt, ein Literat, ein Rentier und, ohne das Wort zu ergreifen, die Dame des Hauses und der Autor der vorliegenden Schrift, der nun, quasi im Auftrag eben jener Dame, die Diskussion einer größeren Öffentlichkeit präsentiert, nicht ohne dem Protokoll eine eigene, abschließende Stellungnahme hinzuzufügen.

Die „Judenfrage“

Die Text Amyntors gibt nun, zunächst also in Form eines recht lebendigen Gesprächs, einige prägnante Beispiele für implizit wie explizit judenfeindliche Haltungen, gekontert durch mehr oder weniger deutliche Verwahrungen gegen jede Form des Antisemitismus; auch schwankende und eher undeutliche Positionen sind zu vernehmen. So sieht der Literat „die Juden als eine besonders hochstehende und wunderbar veranlagte Rasse“ (S.17) an, hebt sie also aus der Gesellschaft heraus statt der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Juden längst einen festen Bestandteil in vielen Bereichen der Gesellschaft darstellen. Dies nun gibt die alte Jungfer als einen für sie bedauerlichen Fakt zu bedenken, denn den Juden sei „schon längst eine leider völlige Emanzipation zu Theil geworden“ (S.19) So geht die Diskussion nun hin und her, es werden Fragen gestellt nach der Begabung der Juden, nach der von einigen als pöbelhaft angesehenen jüdischen Presse und ob Juden das Richteramt übernehmen dürfen oder einen hohen Rang beim Militär, je nach Gusto werden Beispiele für jüdische Gentleman angeführt (Moses Mendelssohn) oder für Juden, die, vorgeblich, das Christentum angreifen (Ludwig Börne, Heinrich Heine), der Backfisch fragt, was denn ein Schutzjude sei, dies wird erläutert, der gesetzliche Schutz jeder in Deutschland bestehenden Religionsgemeinschaft wird ins Feld geführt, eine Statistik bemüht, nach der die Juden einen unverhältnismäßig größeren Anteil am Verbrechen hätten als Christen – und so weiter und so fort. Gegen Ende gibt der Text noch zwei Beispiele her für das, was zuweilen Selbsthass der Juden genannt wird, einmal den Rentier, der den Juden bescheinigt, sie taugten „mit oder ohne Taufwasser“ alle nichts (S.36), obwohl er selbst aus einer jüdischen Familie stammt, einmal die ob der Diskussion ängstliche Dame des Hauses betreffend, die ihre mütterlicherseits jüdische Abstammung dem Autor gegenüber offenbart mit der Frage, ob sie denn selbst etwa nicht „mit jenem Blute inficirt“ sei, „das der Herr Licentiat ausrotten oder wenigstens einer allgemeinen Verfolgung preisgeben zu wollen scheint“.

Der gebildete und ungebildete Pöbel

In seiner abschließenden, dem „Protokoll“ angehängten Stellungnahme nun bezieht Amyntor deutlich Stellung. Neben vielen anderen Punkten gibt er zu bedenken, dass die in die Öffentlichkeit getragene Judenfrage an die verhängnisvollen Instinkte der „rohen und gedankenlosen Massen“ appelliere und so über kurz oder lang zur Judenhetze werde. (S.44) Insbesondere warnt er davor, dass mancher „für eine judenfeindliche Agitation wirbt“ und „mit der sogenannten vox populi seinem Vorgehen eine gewisse Berechtigung geben zu können meint“. Ein geschickter Volksredner könne sogar jetzt im Jahr 1881, davon zeigt Amyntor sich überzeugt, die Wiedereinführung der Hexenprozesse plausibel machen, denn der „gebildete und ungebildete Pöbel hat immer Freude am Skandal und schon die gemeine Schaulust verführt ihn zur Grausamkeit“. (S.46f.) Auch die Verantwortung der Presse wird angesprochen, wenn der Autor unmissverständlich schreibt: „Wie empörend ist der Brauch gewisser Zeitungsberichterstatter, wenn es ein von einem Juden begangenes Verbrechen zu melden gilt, stets auf das Wörtlein ‚Jude’ den Nachdruck zu legen!“ (S.51) Am Ende appelliert Amyntor an alle, die, wie er aus Gesprächen weiß, seine Ansichten teilen, „mancher conservative Politiker, manch ein Mitglied des hohen oder niederen Adels, mancher Offizier“, „aus ihren Ueberzeugungen keinen Hehl zu machen und gegen jede Hetzerei offen und rückhaltlos aufzutreten“. (S.54)

Gerhard von Amyntors Buch „Eine moderne Abendgesellschaft“ stellt meiner Ansicht nach eine (Wieder-)Entdeckung dar, die nicht nur Historikern einen profunden (literarischen) Einblick zu geben vermag in die gesellschaftliche Problematik der Frühzeit des Deutschen Reichs, ein Jahrzehnt nach dessen Gründung. Durch die gelungene Dialogführung gelingt es Amyntor, die handelnden Figuren über ihren Typus hinaus zu verlebendigen und über die Zeiten hinweg auch der heutigen Leserschaft spannenden Stoff zu liefern in Form einer Diskussion, die immer wieder auch heutigentags in der ein oder anderen Form auftaucht und der wir uns zu stellen haben. Martin A. Völkers Essay zu Gerhard von Amyntor tut ein Übriges, dieses Buch zu einem unbedingt lesens- und empfehlenswerten zu machen, erfährt die Leserschaft doch einiges über den gesellschaftlichen und auch literarischen Kontext im Deutschland der damaligen Zeit, in dem Amyntors Schriften entstanden. Amyntor selbst schreibt nicht von ungefähr, „wir leben auf einem unheimlich grollenden Vulcan“ (S.49) – eben davon legt nicht zuletzt sein eigenes Buch deutlich Zeugnis ab.

Gerhard von Amyntor: Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus. Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker, Elsinor Verlag, Coesfeld 2016. ISBN: 978-3-942788-33-5. 100 Seiten. 12,80 €

Der Text erschien zuvor in Der Freitag und bei fixpoetry

 

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Wintergast im Flur

Seit ’ner Weile schon empfängt mich im Treppenflur ein Wintergast, der wie wir alle zum Lichte strebt, genauer gesagt zur Treppenhausbeleuchtung hin. (Ob er darüber gestorben ist?)

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