Bürger oder Künstler, beides zusammen geht nicht! Nicht wenige der sogenannten Romantiker haben um 1800 herum eben diese Ansicht vertreten, und zwar obwohl sich in diesen Zeiten sowohl der Bürger als auch der Künstler zu emanzipieren hatte von adligem Machtanspruch. Heutigentags ist die Macht des Adels längst übergegangen auf die Melange von besitzendem Bürgertum und den politischen Parteien, woraus sich eine Situation ergibt, die für die europäische Postdemokratie insgesamt stil- und realitätsbildend ist. Der Künstler als solcher ist naturgemäß nicht Teil dieser auf Geld und politischer Macht sich begründenden „Elite“, selbst wenn er um des schlichten Lebensunterhaltes willen und um seine Arbeit ausführen zu können Gelder annehmen muß – allerdings wird er „elitär“ werden (ohne dabei gleich auch wohlhabend zu werden), sobald er es zuläßt, daß seine Arbeit zu politischen Zwecken mißbraucht wird, denn ein freier Geist ließe das nicht zu. Eine der hieraus sich ableitenden Fragen ist, ob sich denn der Mensch nicht als Künstler begreifen kann, mit Leib und Seele Künstler sein kann, und trotzdem davon unabhängig sich als Bürger politisch engagieren könne – nun ja, denkbar ist es, wenn man denn sehr, sehr vorsichtig ist und mißtrauisch bleibt gegenüber den um politische Einflußnahme ringenden Menschen, denn am Ende zählt für diese Spezies der Künstler nichts oder dient allein dazu, ihre Paläste auszuschmücken, ihrem Wohlstand oder ihrer Ideologie ein Gesicht zu geben und so weiter. (Und man kann ja auch wunderbar Geld anlegen mittels verkaufbarer Kunstwerke!) Man kennt das. Künstlerauge, sei wachsam!
Without deviation from the norm, progress is not possible. (Frank Zappa)Bürger oder Künstler
Zeichen der Zeit / F
All your hard work …
Schon wieder so ein versteckter Hinweis auf die Möglichkeit, „zunächst einmal“ umsonst zu arbeiten! Wie oft soll ich das noch sagen? Nein, nein, nein, nein, nein, nein: ich will nicht! Selbst wenn sich dadurch die Chancen erhöhen, danach für Geld arbeiten zu dürfen – ich will nicht, das ist Ausbeutung, das ist Sklaverei, das ist unmoralisch und unethisch, das ist scheiße! Natürlich gibt es immer Menschen, die das trotzdem machen, und denen kann man mit dem Argument, wenn es keiner mehr täte, würde jede Arbeit bezahlt werden, nicht kommen, denn die haben ihre eigenen Argumente aus der Zeit der sogenannten Vollbeschäftigung, die fühlen sich voll im Recht. Ein so ein auf mich gemünztes Argument ist, als Künstler würde man doch im Prinzip auch meistens umsonst arbeiten und würde es trotzdem tun, worauf ich mich dann immer frage, ob Zahnärzte solch einem Vollidioten kostenlos die Fresse sanieren würden, nachdem er meiner kostenlosen Antwort seine Aufmerksamkeit schenkte. Doch so weit kommt es natürlich nicht, denn ich habe den Fernsehseriensatz „Sie entschuldigen mich“ inzwischen in mein Repertoire aufgenommen! Klappt gut.
Sie sehen schon, liebe Leser:innen, ich bin mal wieder die Ruhe selbst und mache mich nun auch wieder an meine Arbeit.

Zeichen der Zeit / Ö
Ödnis
Zeichen der Zeit / A
Aja
Sicher nur ein Scherz, oder?
Der Friedensnobelpreis für die EU? Wenn das nicht der Beweis ist, daß Eulenspiegel lebt, was dann! Oder verdient der korrupte Sauhaufen in „Brüssel“, denn nur die da fühlen sich angesprochen und ausgezeichnet, diesen Preis wirklich – und wenn ja, für was? Und wäre es nicht eigentlich angemessen gewesen, der Welt den Friedensnobelpreis zu verleihen? Oder gleich dem ganzen Universum? Wahrscheinlich nächstes Jahr!
EIN JAHR Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! als BLOG
Kein Grund, einen Kuchen zu köpfen, ein Glas Sekt zu öffnen oder ein Resümee zu ziehen, finde ich. Zu konstatieren ist jedoch, daß sich meine Schreibe seit dem 11. Oktober 2011 durchaus verändert hat, einfach wegen der Möglichkeit, eine Reaktion auf das Geschriebene zu bekommen. Vor der Umstellung schrieb ich fortlaufende Briefe, so daß es am Ende des Monats also nur einen Eintrag gab, während ich dann im Blog fast täglich Einträge ins Netz warf und mich auch an eben dies gewöhnte. Jetzt muß ich mich allerdings wieder daran gewöhnen, mich auf der Website zurückzunehmen, um meine Energie in das Verfassen eines neues Großtextes zu stecken, der nicht zuletzt für ein Weilchen meinen Lebensunterhalt sichern soll. Es wird also hier ein wenig weniger werden, nehme ich an, doch da mein Blog weder ein Publikumsblog ist, der sich mehr oder weniger direkt an die lieben Leserinnen und Leser richtet, noch ein Werbeblog für meine schriftstellerischen Ergüsse, wird dies keine bedenkenswerten Auswirkungen haben, es sei denn, meine Artikel würden dadurch auffallend besser oder auffallend schlechter. Wir werden sehen!
Nanünana
Seltsam, aber so steht es geschrieben. So endeten immer die Gespenstergeschichten-Groschenromane, von denen ich in ganz jungen Jahren mal zwei oder drei oder vier oder fünf, was weiß ich, gelesen habe, die ich dann aber nicht mehr las, weil ich schnell erkannte, wie schlecht geschrieben die Dingerchen sind. Ich stieg um auf E. A. Poe, H. P. Lovecraft und Bioy-Casares und habe es natürlich nicht bereut, auch wenn das Genre der phantastischen Literatur mich nicht wirklich dauerhaft packte, denn es erschien mir trotz seiner geradezu unendlichen Möglichkeiten in sich begrenzt zu sein. Ich denke, man muß als Autor der Literatur etwas hinzufügen, was natürlich nicht heißen darf, das Gelesene aussparen zu müssen – Remakes sollte man allerdings nicht produzieren, finde ich. Wie kam ich drauf? Nunja, mir fiel dieser Groschenromansatz ein, worauf ich in Gedanken verwundert und sirenenhaft Nanünana ausrief, so als führe ein Polizeiauto durch meinen Kopf, und dann mußte ich das eben aufschreiben. Sorry! Nanünana, nanünana …
Alle Wege führen nach Rom
Irgendwo las ich letztens, die Römer hätten jahrhundertelang gar nicht bemerkt, daß sie untergegangen waren. Das sollte zu denken geben, finde ich.

Kalif anstelle der Kalifin
Die Hofberichterstattung zur Bundestagswahl läuft fast schon auf vollen Touren, denn nun ist klar, daß ein gewisser Steinbrück Kalif anstelle der Kalifin werden will. Das geht jetzt noch gut ein Jahr so bis zur Wahl, dann wählen die, die es nicht lassen können, ihre Partei und ihren Kandidaten, damit es am Ende wieder eine Regierung gibt, die den Lobbyisten Gehör schenken kann. Im Moment scheinen sich nun einige etwas davon zu versprechen, dem Kanzlerkandidaten der Sozen vorzuwerfen, daß er für Geld Vorträge hält. Lachhaft, das, denn soll er das etwa umsonst machen? Der Kerl ist doch kein Künstler oder Geisteswissenschaftler, sondern ein erfolgreicher Geschäftsmann! In diesen Kreisen der ministrablen Damen und Herren, der Sozenbartaffe aus den Prenzlauer Bergen spricht ja immer von der politischen Klasse, ist das alles Gang und Geben bzw. Nehmen, die tun sich alle nichts. Natürlich kann ich von einem einzigen der hohen Rednerhonorare des Herrn Steinbrück (von denen der Herren Schröder und Fischer ganz zu schweigen) nach Steuern ein Jahr gut leben, doch was heißt das schon, ich könnte auch ein Jahr von dem selben Geld gut leben, wenn es anders verdient wird. Geld ist Geld. Was soll man dazu sagen – es ist alles immer das selbe Schauspiel, same procedure vor jeder Bundestagswahl, und es ist grauenvoll langweilig. Am besten ist es wohl, ich verzichte nach Ablauf meines Mini-Abos auf das weitere Lesen von Tageszeitungen, kann ich mir eh nicht mehr leisten, und lese einfach mehr Bücher, wenn es sein muß auch solche, die ich schon einmal gelesen habe, denn das macht wenigstens Sinn. Und darum geht es doch wohl eigentlich, um Sinn – oder?
