Die Leipziger Buchmesse 2013 ohne

Ich war nun wirklich nicht oft auf der Leipziger Buchmesse, imgrunde habe ich da auch nichts verloren. Ich fahre also dieses Jahr nicht hin, ich könnte es mir auch nicht leisten, aber das ist selbstredend keine Meldung, keine Nachricht und von keinerlei Bedeutung. Von Bedeutung aber ist, wenn Alban Nikolai Herbst nicht zur Buchmesse fährt, dort nicht präsent ist und nicht liest. In seiner heute auf Die Dschungel veröffentlichten Absage sticht für mich ein Absatz heraus, denn das, was mich persönlich an der Buchmesse unter anderem stört, der Trubel der vielen Kinder und Jugendlichen, ist natürlich das Allerbeste an der Messe, denn wer soll denn bitte in Zukunft lesen, wenn das Lesen nicht jetzt gefördert wird? So berührte mich also der folgende Absatz, der Bezug nimmt auf das gefährdete Kinderbuchprojekt, besonders: „Es tut mir für die Kinder leid, aber ich möchte ihnen nichts vormachen, möchte nicht das üble Spiel mitspielen, für das der Literaturbetrieb insgesamt ein Characterbeispiel ist. Andernfalls würde ich mit ihm handgemein werden.“ Mal sehen also, ob der „Betrieb“ sich dies zu Herzen nimmt. Er sollte.

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Kopfüber schreiben

Kopfüber schreiben müßte man können, denn dummerweise bin ich nach Einnahme einer Mahlzeit, wenn alle Energie der Einleitung des Verdauungsprozesses zugeführt wird, nicht mehr so ganz auf der Höhe und kann nur noch so einen Unsinn schreiben wie diesen hier, anstatt weiter an meinem Roman zu arbeiten, die Überarbeitung fortzusetzen. Nachdem ich ein paar Tage gebraucht habe, um eine Traumsequenz am Ende eines Kapitels zu vollenden, bin ich nun wieder im leidlich klaren Kopf des Protagonisten angelangt, was auch mir einen klaren Kopf abverlangt, damit die Fakten stimmen und keine Anschlußfehler passieren. Naja, noch zweihundertundfünfzig Seiten, dann geht’s an den nächsten Schritt, denn natürlich darf mein Roman der Welt nicht vorenthalten werden – das wäre fürwahr ein Verbrechen, finde ich.

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Frühling adé

Nachdem alle Welt bereits den Frühling ausrief, ist nun alles wieder auf normal gestellt. Für Heuschnupfengeplagte ist das nun, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Verschnaufspause, bevor der Körper wieder Theater spielt, das immer gleiche Stück. Das einzige, das im Moment erkennbar vorwärtsgeht, ist meine Arbeit am Roman, obwohl ich seit zwei Tagen an nur wenigen Seiten sitze, das Ende eines Kapitels, die aber so wichtig sind, daß sie wirklich und wahrhaftig perfekt sein müssen. Hundert oder hundertfünfzig Seiten später wird nämlich ein einziger Satz auf diese Geschehnisse verweisen, es geht um die erste, albtraumhafte Nacht des einen Protagonisten in eben der Stadt, in der er von da an sein Leben verbringen wird, und da muß das Vergangene dem Leser später wieder auf eine bestimmte Art präsent sein. So eine fuckelige Arbeit, so ein Kampf um Wort und Komma, macht natürlich nicht immer die beste Laune, aber bitte, kann man das erwarten? Nein. Heute morgen las ich wie immer hier und da in „meinen“ Blogs und fand bei Alban Nikolai Herbst sein heutiges Arbeitsjournal, das fürwahr dunkel ist, meine Stimmung aber durchaus nicht beschädigte, denn Klarheit, die in Worten liegt, tröstet eher, denke ich, optimistischer Fatalist, der ich bin, selbst wenn manches so banal ist, Geldmangel etwa, daß es weh tut. Aber man kann Kunst eben nicht als Hobby nebenbei machen, das ist absolut und vollkommen ausgeschlossen, wie jeder Verständige weiß. So, nun ans Tagewerk!

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Produktiver Verdrossenheitsfetisch?

Grad eben ist mir der Sinn des Lebens abhanden gekommen, ist keine zehn Sekunden her, und siehe da, alles ist noch so wie vorher. (…) Jetzt, nur wenig später, ist mir klar, ich hatte einen Durchhänger nach der Abendbrotverspeisung. Allerdings war es auch ein harter Tag gewesen, denn nicht nur mußte ich mal wieder selbst die Wohnung putzen, sondern mir auch noch von FrauTT bescheinigen lassen, ich hätte einen „produktiven Verdrossenheitsfetisch“. Das habe ich, liebe Leser:innen, natürlich ignoriert, denn da hört sich ja wohl alles auf: Verdrossenheitsfetisch! Da müßte ich ja aus Verdrossenheit produktiv werden, was ja schon überhaupt nicht sein kann, weil ich erstens herkunftsbedingt humorig, positiv und fröhlich bin, es sei denn, jemand geht mir schwer auf den Wecker, dann bin unhumorig, unpositiv und unfröhlich, und zweitens mir Fetische die Laune verderben, weil sie immer so was Piepsiges haben und auch nie echt sind. Klar kann man das anders sehen, geschenkt, ich aber bestehe darauf, zwar tatsächlich leidlich produktiv zu sein, nicht aber der Verdrossenheit wegen, sondern allein aufgrund meines altbewährten positiven Fatalismus‘, der mich auf Schritt und Tritt begleitet, komme, was da wolle. Echt ma‘!

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SENSATION: Aléa Torik ist keine junge Frau mehr! Nachtrag in [[Klammern]]

[[Für am Thema Aléa Torik Interessierte sei darauf verwiesen, daß über A.T. ausführlich diskutiert wird, unter anderem hier.  Andreas Wolf, dessen Blog wohltuend klar und seriös ist, verweist zudem auf eine alte Geschichte, die mit der von A.T. eine gewisse Ähnlichkeit aufweist.
Ich werde allerdings sicher nicht mitdiskutieren, denn ich habe mit eben dieser Thematik und allem was dranhängt ohnehin schon Lebenszeit verplempert. Wie meine hiesigen Leser wissen, schreibe ich unter meinem eigenen Namen einen Roman, der sich in der Endphase befindet und nächstes Jahr das Licht der Welt erblicken soll. Da heißt es, Prioritäten setzen!]]

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Frühling, Du hüpfst mir im Gemüte

Der Frühling löckt mit allerliebstem Geplänkel zu allerlöh Gespiele und Gesponse – wie jedes Jahr, selbst wenn es Ostern noch einmal österlichen Schnee geben sollte und den Osterhasen der Schwanz im Osterglockenbeet festfriert, egal, drauf geschissen, jetzt gehts wieder los. Schrecklich, so ein strahlend blauer Himmel und das viele Licht, da sieht man doch erst recht den ganzen Winterdreck drinnen und draußen, von dem in der eigenen Seele und dem in der der anderen Mitverschwörer ganz zu schweigen. Am schlimmsten, daß nun auch der Druck wächst, dem schönen Wetter Taten folgen zu lassen, es zu nutzen, keinesfalls und keineswegs Gram, Grauen und Greulichkeit an den Tag zu legen, sondern Spaß, Freude, Entdeckerdrang und Geschlechtsverkehrstriebsinn, wohlig verknüpft mit Trinken, Rauchen und dem Grillen toter Tiere, herrrrrrlich wird das sein und laut und gesellig, die Sandalenträger werden, je frühlingshafter es wird, desto mehr die Prenzlauer Berge bevölkern, Verbrechen werden begangen werden, ungestraft, die Häßlichkeit wird siegen, überreich die Bildungsbürger, die die Kunst als Ware achten wie das Biogemüse auch, das in ihnen zu Scheiße wird, selbstgefällig stolzieren sie wieder herum, hier ein Milchkaffee, da ein Törtchen, im Schlepptau ihre auf Effizienz gezüchteten Kinder, und die allein tun mir leid, auf daß ihnen die Welt Untertan werde und sie dereinst frohbeglückt ins Himmelreich der Anständigkeit einfahren, ohne je einen ihrer Sklaven persönlich gepeinigt zu haben, denn das ist der Unterschied, der einzige, zum Frühling anderorten- und zeiten.

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SENSATION: Aléa Torik ist keine junge Frau mehr!

. [Punkt]

[[Für am Thema Interessierte sei darauf verwiesen, daß über A.T. diskutiert wird, unter anderem hier. Ich werde allerdings sicher nicht mitdiskutieren, denn ich habe mit eben dieser Thematik und allem was dranhängt ohnehin schon Lebenszeit verplempert. Andreas Wolf verweist zudem auf eine alte Geschichte, die mit der von A.T. eine gewisse Ähnlichkeit aufweist.]]

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Binnen & buten, es gibt keine Guten!

Menschen, die Menschen nicht leiden können, wird das Leben unnötig schwer gemacht! Allerorten werden sie gezwungen, zwecks Geldverdienens ins böse Leben hinauszugehen, selbst menschenhassenden Kindern wird das Hinausgehen nicht erspart, obwohl es für alle besser wäre, blieben die Menschenhasser allein für und die Menschenmöger unter sich. Niemand mit ausreichend Verstand und Beurteilungsvermögen, der das nicht so sähe. Leider aber haben die Menschenhasser unter den Menschen keine Lobby! Was tun? Eine Demonstration zusammentrommeln und dann mit wildfremden Gestalten, mit denen man nur eines gemeinsam hat, einen Marsch auf Brüssel unternehmen, ins Herz des Euro-Bürokratismus? Schwer vorstellbar, selbst wenn da in Brüssel keine Menschen sondern nur Monster säßen, denn auch Monster können die meisten Menschen nicht leiden. Andererseits ist in Brüssel viel Macht, und mit Macht kann man viel verändern, doch eben dies macht die meisten Menschen vorsichtig, denn hätten die Nazis in Berlin oder die Kommunisten in Moskau zu ihrer Zeit die technischen und bürokratischen Mittel gehabt wie gegenwärtig Brüssel, wäre die Welt heute eine einzige Diktatur ohne die Spur von Menschlichkeit, und das will ja auch keiner, vor allem der Menschenhasser nicht. Brüssel fällt also aus. Aussichtsreicher wäre es aber womöglich, die Menschenfeindlichkeit einfach als unheilbare Krankheit zu definieren, denn dann könnte man die Menschenfeinde samt ihrer wenigen Freunde isolieren (Freunde haben sie, wie andere Menschen, durchaus, das ist kein Widerspruch), einfach indem man ihnen eine angemessene Rente zahlt und sie ansonsten in Ruhe läßt und nichts weiter von ihnen verlangt, außer vielleicht, daß sie nicht böse sind. Das muß doch machbar sein!

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Input, Output, puttputtputt

Ich wundere mich selbst, wie wenig mir einfällt. Im Moment wäre mir eher nach täglicher direkter und mündlicher Kommunikation bei Heiß- oder Kaltgetränken als nach dem unkontrollierten Hinausschleudern von Text, vor allem da ich ja an der Romanüberarbeitung sitze, die erst Ende Mai, Anfang Juni fertig sein wird, wenn alles klappt. Doch davon, vom Roman, kann ich nichts mehr berichten, denn dann müßte ich auch die immer komplexer werdenden Kontexte miterzählen, wodurch ich dann nicht mehr zum Arbeiten käme. Immerhin gibt es neue Pläne, von denen aber auch (noch) nichts zu berichten ist. Was also von sich geben? Einfallen tut mir, daß es jetzt, das ist vielleicht von Interesse, einen Wikipediaeintrag zu Katarina Botsky gibt, Sie erinnern sich sicher an den Novellenband, den ich hier rezensierte, und das ist ja durchaus nicht unwichtig, denn schon die nächste Generation wird sicher davon ausgehen, daß alles, was es gibt, im Internet zu finden und zu haben ist und dementsprechend alles andere gar nicht vorkommt – allerdings ist das dann auch die Chance, Dinge gut zu verstecken, indem man sie einfach nicht ins Internet stellt. Die übernächste Generation wird das aber wieder anders sehen, die finden das Zeuchs dann außerhalb, denn so ist der Lauf der Welt, rein, raus, zu viel, zu wenig, Massenware und Rarität, alles vor- und nacheinander und auch gleichzeitig. Wie schrieb ich mal in eines meiner Notizbücher: „Ein langweiliges Leben ist so aufregend, wie ein aufregendes Leben langweilig ist – man muß es nur zu gestalten wissen.“ Irgendwann tippte ich das mal in mein Buchstabenhackbrett und legte es dorthin ab, wo sich allerhand so Outputzeuchs findet, das dem Leser sein Inputzeuchs ist. Man tut eben, was man kann!


 

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Sonntagsunruhe

Der Sonntag ist ja der einzige Tag in der Woche, an dem Gott sich ausruht und wir alle stellvertretend Gott sind, und da sich Gott ausruht, tun wir das auch, denn warum ihm mit Arbeit lästig kommen. Aaaaaaaaaaaah, ist das schön, ich habe so richtig Mitleid mit allen, die heute arbeiten müssen, also naturgemäß auch mit mir selbst, denn wir selbstangetriebenen schöpferischen Menschen arbeiten immer, weswegen wir auch nicht Gott sein können. Apropos Mitleid: haben Sie diesen Berlusconi bei der Stimmabgabe gesehen – da gruselt und schüttelt es einen doch und man fragt sich, wie sein Gesicht unter der Maske aussieht. Mit Würde zu altern mag nicht leicht sein, doch sich zu Lebzeiten zum Zombie zurechtschnippeln zu lassen, ist auch keine Lösung. Aber wer’s mag, der soll den kleinen Teufel doch wählen bei der Wahl in Italien, eben das ist ja Ausdruck lebendiger Demokratie, da kann jeder wie er lustig ist gegen seine eigenen Interessen wählen, bis er schwarz wird. Wir selbst als Deutsche haben ja im Herbst dann auch die Merkel-Wahl zu durchstehen, wobei ich, das sei schon mal angekündigt, meine Stimme verpachten werde, weil ich sie nicht gebrauchen kann, und wer die Pachtsumme auftreibt und mir gibt, darf dann doppelt wählen, weil er ja Geld hatte, das dann mir gehört und mit dem ich ja auch eine Stimme pachten könnte, wenn ich wollte, wenngleich ich stattdessen aber damit dann doch lieber meine Arbeit finanziere, von der ich oben sprach, ja, Sie haben richtig gehört, wir Künstler werden nicht durch unsere Arbeit mit finanziellen Mitteln versorgt, nein, es ist umgekehrt, da hat man kaum eine Wahl und muß sich abfinden – lassen.

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