SENSATION: Aléa Torik ist keine junge Frau mehr!

. [Punkt]

[[Für am Thema Interessierte sei darauf verwiesen, daß über A.T. diskutiert wird, unter anderem hier. Ich werde allerdings sicher nicht mitdiskutieren, denn ich habe mit eben dieser Thematik und allem was dranhängt ohnehin schon Lebenszeit verplempert. Andreas Wolf verweist zudem auf eine alte Geschichte, die mit der von A.T. eine gewisse Ähnlichkeit aufweist.]]

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Binnen & buten, es gibt keine Guten!

Menschen, die Menschen nicht leiden können, wird das Leben unnötig schwer gemacht! Allerorten werden sie gezwungen, zwecks Geldverdienens ins böse Leben hinauszugehen, selbst menschenhassenden Kindern wird das Hinausgehen nicht erspart, obwohl es für alle besser wäre, blieben die Menschenhasser allein für und die Menschenmöger unter sich. Niemand mit ausreichend Verstand und Beurteilungsvermögen, der das nicht so sähe. Leider aber haben die Menschenhasser unter den Menschen keine Lobby! Was tun? Eine Demonstration zusammentrommeln und dann mit wildfremden Gestalten, mit denen man nur eines gemeinsam hat, einen Marsch auf Brüssel unternehmen, ins Herz des Euro-Bürokratismus? Schwer vorstellbar, selbst wenn da in Brüssel keine Menschen sondern nur Monster säßen, denn auch Monster können die meisten Menschen nicht leiden. Andererseits ist in Brüssel viel Macht, und mit Macht kann man viel verändern, doch eben dies macht die meisten Menschen vorsichtig, denn hätten die Nazis in Berlin oder die Kommunisten in Moskau zu ihrer Zeit die technischen und bürokratischen Mittel gehabt wie gegenwärtig Brüssel, wäre die Welt heute eine einzige Diktatur ohne die Spur von Menschlichkeit, und das will ja auch keiner, vor allem der Menschenhasser nicht. Brüssel fällt also aus. Aussichtsreicher wäre es aber womöglich, die Menschenfeindlichkeit einfach als unheilbare Krankheit zu definieren, denn dann könnte man die Menschenfeinde samt ihrer wenigen Freunde isolieren (Freunde haben sie, wie andere Menschen, durchaus, das ist kein Widerspruch), einfach indem man ihnen eine angemessene Rente zahlt und sie ansonsten in Ruhe läßt und nichts weiter von ihnen verlangt, außer vielleicht, daß sie nicht böse sind. Das muß doch machbar sein!

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Input, Output, puttputtputt

Ich wundere mich selbst, wie wenig mir einfällt. Im Moment wäre mir eher nach täglicher direkter und mündlicher Kommunikation bei Heiß- oder Kaltgetränken als nach dem unkontrollierten Hinausschleudern von Text, vor allem da ich ja an der Romanüberarbeitung sitze, die erst Ende Mai, Anfang Juni fertig sein wird, wenn alles klappt. Doch davon, vom Roman, kann ich nichts mehr berichten, denn dann müßte ich auch die immer komplexer werdenden Kontexte miterzählen, wodurch ich dann nicht mehr zum Arbeiten käme. Immerhin gibt es neue Pläne, von denen aber auch (noch) nichts zu berichten ist. Was also von sich geben? Einfallen tut mir, daß es jetzt, das ist vielleicht von Interesse, einen Wikipediaeintrag zu Katarina Botsky gibt, Sie erinnern sich sicher an den Novellenband, den ich hier rezensierte, und das ist ja durchaus nicht unwichtig, denn schon die nächste Generation wird sicher davon ausgehen, daß alles, was es gibt, im Internet zu finden und zu haben ist und dementsprechend alles andere gar nicht vorkommt – allerdings ist das dann auch die Chance, Dinge gut zu verstecken, indem man sie einfach nicht ins Internet stellt. Die übernächste Generation wird das aber wieder anders sehen, die finden das Zeuchs dann außerhalb, denn so ist der Lauf der Welt, rein, raus, zu viel, zu wenig, Massenware und Rarität, alles vor- und nacheinander und auch gleichzeitig. Wie schrieb ich mal in eines meiner Notizbücher: „Ein langweiliges Leben ist so aufregend, wie ein aufregendes Leben langweilig ist – man muß es nur zu gestalten wissen.“ Irgendwann tippte ich das mal in mein Buchstabenhackbrett und legte es dorthin ab, wo sich allerhand so Outputzeuchs findet, das dem Leser sein Inputzeuchs ist. Man tut eben, was man kann!


 

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Sonntagsunruhe

Der Sonntag ist ja der einzige Tag in der Woche, an dem Gott sich ausruht und wir alle stellvertretend Gott sind, und da sich Gott ausruht, tun wir das auch, denn warum ihm mit Arbeit lästig kommen. Aaaaaaaaaaaah, ist das schön, ich habe so richtig Mitleid mit allen, die heute arbeiten müssen, also naturgemäß auch mit mir selbst, denn wir selbstangetriebenen schöpferischen Menschen arbeiten immer, weswegen wir auch nicht Gott sein können. Apropos Mitleid: haben Sie diesen Berlusconi bei der Stimmabgabe gesehen – da gruselt und schüttelt es einen doch und man fragt sich, wie sein Gesicht unter der Maske aussieht. Mit Würde zu altern mag nicht leicht sein, doch sich zu Lebzeiten zum Zombie zurechtschnippeln zu lassen, ist auch keine Lösung. Aber wer’s mag, der soll den kleinen Teufel doch wählen bei der Wahl in Italien, eben das ist ja Ausdruck lebendiger Demokratie, da kann jeder wie er lustig ist gegen seine eigenen Interessen wählen, bis er schwarz wird. Wir selbst als Deutsche haben ja im Herbst dann auch die Merkel-Wahl zu durchstehen, wobei ich, das sei schon mal angekündigt, meine Stimme verpachten werde, weil ich sie nicht gebrauchen kann, und wer die Pachtsumme auftreibt und mir gibt, darf dann doppelt wählen, weil er ja Geld hatte, das dann mir gehört und mit dem ich ja auch eine Stimme pachten könnte, wenn ich wollte, wenngleich ich stattdessen aber damit dann doch lieber meine Arbeit finanziere, von der ich oben sprach, ja, Sie haben richtig gehört, wir Künstler werden nicht durch unsere Arbeit mit finanziellen Mitteln versorgt, nein, es ist umgekehrt, da hat man kaum eine Wahl und muß sich abfinden – lassen.

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Der König spricht zum Volk …

… doch dem Volk ist das, ganz, ganz ehrlich, egal! Unser aller Gauck hat seine erste Grundsatzrede als Bundespräsident gehalten und all den ministrablen Politikergestalten unserer Republik Stoff und Munition geliefert für Sonn- und Feiertagsreden. So weit, so notwendig. Die Hofberichterstattung hat jedenfalls wunderbar funktioniert, klar, welcher Journalist geht angesichts der Lage auf dem Nachrichtenmarkt schon ein Risiko ein – nur wegen ein paar aufgesagten Sätzen. Es geht eben wie immer um Mythenbildung, wir beobachten das und bleiben dran, versprochen! Ich beschäftige mich derweil lieber mit Krieg, natürlich nur literarisch und als Konsument von Fernsehserien, wobei Alfred Döblins herausragender Roman Wallenstein sich eher direkt mit dem Thema befaßt, während bei den Sopranos oder bei Mad Men eher Business- und Familienkrieg herrscht, derweil auch noch der Krieg der Zensoren gegen literarische Werke der Moderne tobt, Stichwort „Die kleine Hexe“, aber das hatten wir ja schon, die Fronten sind klar, die Gräben gebuddelt, zu Weihnachten singen wir dann vielleicht gemeinsam ein Liedchen. Seltsamerweise führt dieser Krieg um Worte, wenn ich darauf doch noch einmal kurz eingehen darf, dazu, daß man plötzlich mit seltsamen Bundesgenossen seine Sache verficht, denn Rechtskonservative sind auf einmal kunstschützend, während manch Linksliberale kunstfeindlich zensierend vorgehen, weil sie nun im Wohlstand zu faul geworden sind, ihren Kindern die Welt zu erklären. Aber, wie gesagt, hatten wir ja schon, ich überbrück hier nur die Zeit, bis ich mich wieder an meinen Roman mache, den ich übrigens in der gewachsenen Rechtschreibung schreibe und nicht in der, die diese Sprachschädlinge beschlossen und dann zur allgemeinen Verwirrung wieder fast gänzlich zurückgenommen haben, aber was rege ich mich auf, an mehreren Fronten zu kämpfen ist nicht immer zielführend, kann man gut lernen aus dem Wallenstein, vor allem wenn es einem um friedliche Koexistenz geht oder gar um ein friedliches Miteinander, wie mir, der ich immer, wie auch unser Gauck, für Friedfertigkeit bin, es sei denn, die Dummheit und Selbstgefälligkeit rennt an, dann muß auch ich mich wehren. Der Mensch ist eben seiner eigenen Natur am nächsten, man spricht ja nicht umsonst vom bellum omnium contra omnes, dem Krieg aller gegen alle, und eben dagegen wendet sich ja unser König, wenn ich das richtig verstanden habe, denn die Freiheit Europas, die geht ihm über alles, und eben dafür müssen wir alle dem König folgen in seine huldreiche Gedankenwelt. So, jetzt aber an die Arbeit und genug des Irrsinns!

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Typoskriptbearbeitung des ROMANs VII

Das wiederholte Prüfen von Fakten ist notwendiger Bestandteil einer Romanüberarbeitung, wenngleich man als Autor nicht hineinfallen sollte in das Meer von Informationen, die uns die heutige Internetwelt zur Verfügung stellt, selbst wenn man gut schwimmen kann. Ich schreibe schließlich keinen Reiseführer für gutbestallte Mittelstandskulturtouristen, sondern einen Roman, den die gutbestallten Mittelstandskulturtouristen natürlich kaufen und lesen sollen, klar, denn nur für Schriftstellerkollegen schreibt keiner, jedenfalls nicht freiwillig, auch wenn nur die wirklich verstehen können, worum es geht beim Schreiben – oft wird ja von Laien so getan, als sei ein literarisch hochwertiger Roman entweder unlesbar oder, wenn lesbar, am Ende doch nur reine Unterhaltung, für die man nur die Füße hochlegen und die Augen aufmachen muß. Solch eine Haltung gefällt mir durchaus nicht, sie ist egozentrisch, hedonistisch, snobistisch und nicht zuletzt Ausdruck einer durchkommerzialisierten Gesellschaft, in der Shades-of-Grey-Groschenromane natürlich das selbe Geld kosten wie Werke von Samuel Beckett oder Franz Werfel, was allein ja dem konsumfördernden Egalitarismus oft schon ausreichend Munition liefert. Ganz schuldlos aber sind die Künstler dann nicht, wenn sie selbst sich mehr und mehr elitär geben, wie etwa sehr viele Jazzmusiker, die den Kontakt zu einem größeren Publikum von Nicht-Experten nicht einmal suchen, vielleicht seitdem man Jazz an Hochschulen studieren kann. Das Handwerkliche zu lernen ist selbstredend wichtig, doch in all seiner Notwendigkeit ist das nur die eine Seite, während das Weltoffene und Alltägliche die andere Seite ist, die sogar zunächst banal sein kann, die dann aber, vermählt mit dem Handwerk, zu Großem führen sollte, weswegen ich mich nun jetzt sofort wieder an meine Romanüberarbeitung mache, in dem durchaus nicht alle Sätze so lang sind wie dieser hier, denn wer soll denn so was lesen, frage ich? Aber echt!

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Bodensätze

Nachdem ich heute schon bei Tainted Talents das ein oder andere geschrieben habe, bleibt für mein eigenes Blog nur noch der Bodensatz übrig. Doch was ist ein Bodensatz eigentlich? Recht sicher sagen läßt sich, daß der Boden als solcher gemeinhin unten ist und daß auf ihm etwas zu liegen oder zu stehen kommen kann, auch ein Satz selbstverständlich – ein Satz Spielkarten, Küchenmesser oder Bohrer, was auch immer. Auch gewinnen läßt sich auf einem Boden grundsätzlich etwas, etwa im Tennis, Satz für Satz, oder man denke nur daran, daß im Weitsprung derjenige mit dem größten Satz den Sieg erringt, indem er mit einem Sprung mehr an Boden gewinnt als andere. Ohne Satz geht es nur ab, wenn etwa der Bodensatz als solcher festsitzt und sich nicht mehr zu rühren vermag, so wie dieser kleine Beitrag, der mit diesem letzten Satz endgültig an Boden verloren hat.

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Typoskriptbearbeitung des ROMANs VI

Es sind die Nebenfiguren und Statisten, die so ungeheuer viel Arbeit machen beim Überarbeiten des Romans, denn sie gestalten die Hauptpersonen zwar mit, haben selbst aber nur begrenzten Raum und bekommen schlichtweg weniger Worte und Sätze, ja, sie können eben nicht fließend über hunderte von Seiten dargestellt werden und müssen somit unmittelbar funktionieren, fast so wie Kitsch unmittelbar funktioniert. Manch (post-)moderner Autor macht sich die Mühe allerdings nicht und stellt gleich alle Personen wie oder als Hauptpersonen respektive Nebenpersonen dar, und das kann sogar funktionieren, verzichtet man nur auf jedes dramaturgische Moment über dasjenige hinaus, das auch einer Kurzgeschichte eigen sein könnte. Aus all dem ergibt sich, daß ich um die Nebenfigurenausgestaltung natürlich nicht herumkomme, wenn ich den Roman so schreiben will, wie ich ihn schreiben will und ihn ja auch schon geschrieben habe, denn mit der letzten Überarbeitung vor dem Lektorat wird er dann vorläufig fertig sein, etwa 500 Seiten lang und mit allem gespickt, was gute Romanliteratur meiner Ansicht nach ausmacht. In eine Nebenfigur habe ich mich übrigens im Laufe des Schreibens sozusagen verknallt, so daß nun diese Rolle ganz unverhoffte Ausmaße angenommen hat und sogar noch eine weitere Nebenfigur heranzog – es ist eben ein Roman, da haben die Figuren auch ein Eigenleben, und das ist auch gut so.

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Der Raum dazwischen

Das kommt davon, wenn man seinen Bergfried verläßt und kommuniziert – denn wie leicht sagt man da Sachen, die auf Unverständnis stoßen. Ich interessiere mich zum Beispiel wenig für das jeweilige künstlerische Werk von Künstler-Zeitgenossen, und mit eben dieser harmlosen Feststellung ecke ich oft mal, wie vorige Woche geschehen, an, so als müsse sich ein künstlerisch tätiger Mensch ganz ohne Sachzwang automatisch für anderer Schriftsteller oder Maler (oder was weiß ich) Werk interessieren, weil man mit denen in der selben Dachdeckergewerkschaft sein könnte. Seltsame Ansicht, das! Ist hingegen ein Zwang vorhanden, weil man zusammenarbeiten muß, so ist das Interesse wiederum nicht der Rede wert, weil es der gemeinsamen Sache dient. Alles ganz einfach, eigentlich. Bevor ich aber all das erläutert hatte, galt ich schon als ein Ignorant, der sich „nur“ mit dem Werk meist toter Kollegen beschäftigt, was auch wieder absolut nicht stimmt, nun aber gar und überhaupt nicht mehr erläutert werden konnte, weil mein Gegenüber längst gemerkt hat, daß wir nicht gleichen Wesens sind, so daß es unvernommen blieb, daß ich die Welt nicht in Raster aufteile und mir ein in der Antike verfaßter Satz gleich wert sein kann wie ein gegenwärtig verfaßter oder gesagter, was zu betonen mir allerdings überflüssig erscheint und zudem oft nicht begriffen wird, warum auch immer, wahrscheinlich ist es zu naheliegend. Er oder sie hat an diesem Punkt dann nur noch die Wahl, mich zu beneiden oder zu bedauern, der Raum dazwischen bleibt ungenutzt, was ich schade finde. Einmal, ist aber schon Jahre her, sagte mir jemand, man würde deutlich spüren, daß ich mein Geld nicht damit verdienen würde, bei Arbeitsessen mit Arschlöchern über deren Witze lachen und Saumagen essen zu müssen. Das Leben kann hart sein.

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Das je eigene Buchstabet

O tempora, o Moses, der Fels der römisch-katholischen Kirche macht sich vom Acker! Aber davon wollte ich überhaupt garnicht sprechen, sondern vom Schreiben. Michael Lentz (links im Bild) schreibt in einem Text über Thomas Mann „Tradition ist, wenn man trotzdem weitermacht. Trotz Kafka, Schmidt und Robert Walser mache ich weiter. Thomas Mann hindert mich am Weitermachen nicht“ (In: Michael Lentz: Textleben. S.322.), denn hat nicht jeder Dichter, jeder Schriftsteller sein je eigenes Buchstabet (ich erhebe Anspruch darauf, dieses Wort kreiert und zugleich in die Freiheit der Texturen entlassen zu haben), frage ich, gleich die Antwort im Schlepptau, klar, jau, sichi, kannste einen drauf lassen, isso, korrekt Mann! Aber ich tu noch einen Schlag drauf, ich sage, viele Schriftsteller:innen finden für jeden Text ein je eigen-eigenes Buchstabet, so wie es der Stoff fordert – Süchtige wissen, von was ich spreche –, so daß es aus jedem Text Tropfen für Tropfen in die Welt der heißen Steine tröpfelt, auf daß es wachse und blühe, für Gotteslohn oder einen Grottenlohn, gleichviel: Aufgeben gildet nicht!

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