Nichtsdestowenigertrotzalledem

Wie von dem lassen können, was ich für sinnvoll und schön erachte? Die Antwort ist natürlich, daß das Wie nur mit einem Zwang in Verbindung stehen könnte, mit einem kriegerischen Akt gegen mich, und zwar im Sinne des Wortes Kriegen. Also wappne ich mich gegen das Gekriegtwerden und ziehe mich, trotz der Anforderungen der sogenannten Realität, so oft es geht in meinen Bergfried zurück, um arbeiten zu können. Solch ein Zurückziehen ist natürlich nicht gerne gesehen, jedenfalls so lange nicht, wie nicht auch etwas Sinnvolles und Schönes dem entspringt – ja, verdammt noch mal, daran arbeite ich doch!!!

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Dem Roman seine Überarbeitung XX

Nicht etwa, daß ich etwas dagegen hätte, wenn mein Roman dann schließlich ordentlich Staub aufwirbelt! Im Moment allerdings muß ich mich je weiter er fortschreitet umso vorsichtiger bewegen, denn der sich während der Überarbeitung abgesetzte Staub darf weder angerührt noch aufgewirbelt werden, das große Putzen kommt erst, wenn das Ding fertig ist, gut, hier und da mal drübergewischt und bißchen geputzt, Badezimmer, Klo, Küche, sieht trotzdem aus wie Sau, finde ich, Besuch sagt dann meist nee, hab schon viel Schlimmeres gesehen, aber hallo, gut, denke ich, trotzdem aber wird gewienert, wenn dem Roman seine Überarbeitung fertig ist, noch bevor der nächste Text ansteht, denn das wäre ja dann der Staubschicht zu viel, finde ich. Muß mich jedenfalls jetzt ranhalten, um dem eigenen Plan keinen Tort zuzufügen, alte Freunde sagen ja immer, ich wäre schon immer so klar und diszipliniert gewesen, ha!, wenn die wüßten, ich wäre so gar nicht katholisch, hörte ich letztens, sondern eher evangelisch, also protestantisch, dabei bin ich weder das eine noch das andere, muß dann aber immer dran denken, wie sich Gott diesen Scherz erlaubt hat mit diesem Martin Luther, das Gewitter über ihn hat kommen lassen, dann das Gelübde, nicht Advocat sondern Priester oder Mönch oder so zu werden, inzwischen dürfte Gott aber das Lachen im Halse stecken geblieben sein, und das Einzige, was er hat machen können, war, zur Strafe für die Humorlosigkeit des Luther das Wetter in den protestantischen Ländern scheiße zu machen, auf solche Gedanken komme ich dann, wenn mir jemand sagt, ich hätte so eine protestantische Arbeitsethik, was natürlich völliger Quatsch ist, denn wo bliebe denn dann das damit erworbene Geld, mit dem ich Gott am Jüngsten Tag bestechen kann, selbst wenn das streng verboten ist, das wird schon gehen, denke ich, so, und nun genug gedrückt vor der heutigen Romanüberarbeitungsarbeit, früsch ans Wörk, ein Wörtchen hier getauscht, ein Sätzchen hier verschoben, ein Absatz dort gelöscht, aus einer wörtlichen eine indirekte Rede gemacht, schnell mal das Wetter geändert und einen Kerl ans Flußufer gestellt, is‘ ’ne Menge Arbeit, so eine Romanwelt, und vielleicht sollte ich auch mal wieder ein Gewitter gewittern lassen, nur so aus Spaß.

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Dem Roman seine Überarbeitung XIX

An sich schreibe ich chronologisch, und wenn mal nicht, dann erhöht das die Spannung beim Überarbeiten immens, denn dann ist auch meine Erinnerung durcheinander. Ich habe jetzt über dreihundert Seiten der Romanüberarbeitung geschafft, knapp hundert sind’s noch, und bald kommt eben jenes Kapitel, das ich nach dem Schlußkapitel geschrieben habe. Doch nicht nur die Spannung steigt, auch die Anspannung erreicht ungeahnte Höhen, denn die Komplexität des Geschehens und die der Charaktere erhöht sich weiterhin, so daß es immer anstrengender wird. Zum Glück aber habe ich seit einer Weile schon das Gefühl, es gehe hier um meine gesamte Zukunft, so daß mein peitschenknallendes anderes Selbst mal ’ne Pause machen kann – es läuft auch so, Wort für Wort, Zeile für Zeile, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel. Wer weiß, vielleicht drückte mir sogar Sisyphos die Daumen, wenn er denn könnte.

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Lesen hilft!

In einer kaputten Welt hilft nur das Lesen! Alles andere – Yoga, Meditation, Politikmachen, Shoppen, Trinken, Essen, Urlaubmachen, Sex oder Sport – macht alles nur noch schlimmer. Natürlich kann all dies in guter Literatur oder in guten Sachtexten vorkommen und gerät so auch in die Köpfe und Vorstellungswelten der Leser, doch es wird dadurch eben kein Schaden angerichtet. Realistischerweise kann man gegen solch eine These natürlich eine Menge einwenden, doch da es nicht um Realität geht, sondern um Texte, verpufft jeder Einwand mit einem Pfff!, wie im Comic. Schreiben hilft übrigens auch, und Zeichnen und Malen und Singen und Springen …

 

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Lebensweisen und Binsen (II): Wie man sich beckett, so liegt man!

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Nadelöhre, größer als Klobrillen

Reiche trotz Finanzkrise immer reicher – so titelt die Süddeutsche Zeitung heute in ihrer Printausgabe. Tja, das ist wenig überraschend, der Teufel scheißt eben immer auf den dicksten Haufen. Aber heißt das auch, daß die Armen immer ärmer werden? Nun ja, auch das ist wohl wenig überraschend in einem Land, das systematisch zu einem Billiglohnland gemacht wurde. Immerhin, die Produktion von Nadelöhren in den Größen von XXXXL aufwärts läuft super, Mindestlohn hin oder her. Also weiter so, denn die Zahlen immerhin stimmen, weil sich doch das Privatvermögen in Deutschland seit 2007 um 1,4 Billionen Euro erhöht hat! Wow! Darauf einen Absacker!

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Wütend sein reicht nicht, man muss sich auch zu beherrschen wissen!

Natürlich schleuderte ich denen meine ganze Verachtung entgegen! Es war auf dem Bolzplatz, ich kann mich bestens erinnern, denn immer wenn ich nassen Schlamm rieche, tauchen die Bilder wieder auf. Da reißt man sich buchstäblich den Arsch auf, um das Spiel zu gewinnen, schont weder sich noch andere, blutet, hat Schmerzen, die Lunge brennt, und dann sind da immer ein oder zwei Luschen gewesen, die zu faul waren, noch einen letzten Schritt zu machen, die Angst hatten, sich die Beine aufzureißen oder sich was zu brechen, wenn sie sich in einen Schuß werfen oder eine Grätsche wagen. Ich hätte die umbringen können! Und ich wäre ja nicht mal im Heim gelandet, zu jung, meine Eltern hätten sich um mich gekümmert – allerdings hätte ich wohl nicht mehr mitspielen dürfen. (Doch wer weiß!) Also habe ich mich beherrscht, und das ist, das wissen alle Nichtluschen, extrem schwierig. So lernt man in der Jugend für’s Leben, und tatsächlich haben ja auch schon viele Menschen davon profitiert, daß ich gelernt habe, mich zu beherrschen, damit ich weiter mitspielen kann. Was geblieben ist, ist die Verachtung, denn natürlich spielen die Luschen trotzdem immer noch mit, ja sie rotten sich oft zusammen, um als Luschen eine Luschenmannschaft zu bilden, weil sie glauben, so ihre Leidenschaftslosigkeit bemänteln zu können. Ekelig, so was! Ansonsten: nichts für ungut!

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Förderung muß jung sein

Ich sei eben verspätet, und das bliebe dann wohl auch so! So wurde mir gesagt. Das kommt davon, wenn man sich in Nebensätzen zu seinen Plänen äußert, nämlich unter anderem zu dem nun zu vollziehenden Abschluß meines Romans. Hätte ich bloß nichts gesagt! Immerhin, der Gesprächspartner nickte anerkennend mit dem Kopf, als ich erwähnte, ich habe 2010 ein Stipendium im Künstlerdorf Schöppingen erhalten, wo ich intensiv am Roman habe arbeiten können. Ich versuchte, als das Nicken kein Ende nehmen wollte, das Thema auf Fußball zu lenken, indes vergebens, denn nun wurde mir erklärt, es habe allerdings schon seinen Sinn, daß ganz wesentlich junge Autoren und Autorinnen gefördert würden, wenngleich es für mich und andere Nachzügler doch wohl dennoch die ein oder andere Fördermöglichkeit gäbe. Er selbst jedenfalls studiere immer die relevanten Listen mit den Geförderten, um auf dem neuesten Stand zu sein, was die Lektüre angehe, denn alt sei er ja selbst, und da lese er doch lieber die lebendigen Jungen und natürlich die alten Toten, und ob ich zum Beispiel diesen Roman von Aléa Torik gelesen habe, die ja von der Stiftung Preußische Seehandlung gefördert würde, da wäre doch deutlich zu sehen, wer wie und warum förderungswürdig sei, denn Förderung müsse jung sein, müsse Zukunft haben, und da bräuchte ich mich doch mit meiner Vita überhaupt nicht zu bewerben, das müsse ich doch einsehen, in meinem Alter, er bewundere zwar mein Durchhaltevermögen, nichts für ungut, aber so laufe es nun mal … – Kennen Sie das? Die passenden Erwiderungen fallen einem immer zu spät ein.

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Geiern

In den tiefsten tiefen Tiefen meines Unterbewußtseins sitzt ein trauriger Clown herum und lacht sich kaputt. Manchmal höre ich ihn wiehern, manchmal geiern, dann wieder macht es ganz hohl hohoho. Hier oben gibt es indes nicht viel zu lachen, aber ich arbeite dran, doch solange ich daran arbeite, hört der Clown nicht auf zu lachen. Ein Clownskreislauf, wie er im Buche steht.

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Lebensweisen und Binsen (I): Alles dreht sich, doch man steigt nie ein zweites Mal in die selbe Gondel

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