Lob der Tüte (Gedicht)

Lob der Tüte

Nun soll sie,

die Dichte und die Gute,

Auslaufmodell sein

und war doch immer

und ein Leben lang

treue Begleiterin,

Schützerin der Fahrradsättel,

Trägerin des üppigsten Einkaufs,

oft leise und zärtlich knisternd,

unverwüstlich im Guten

wie auch im Schlechten,

wendbar, abwaschbar,

ganz & gar unverzichtbar,

ja doch, meine Güte:

unser aller Plastiktüte.

 

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Trotz Krieg seine Arbeit tun? Jetzt erst recht? Einige Gedanken plus Manuskriptauszug

Ich arbeite an einem neuen Text, der bereits unter einem anderen Arbeitstitel mal neu gewesen ist vor etwa einem Jahr, also zu einer Zeit, als der russische Präsident Putin den Angriff auf die Ukraine auf allen Ebenen schon vorbereitet hat. Mit Krieg hat mein Text aber nichts zu tun – das könnte ich mir selbst ohne weiteres in die Tasche lügen. Eine Verschlagwortung beinhaltet vorläufig nämlich nur die folgenden Begriffe: Visualistik, Fotografie, Onomatopoetik, Biographie, Autofiktion, Hermeneutik, Tod, Nebel. Dennoch schreibe ich, während der offene Krieg in der Ukraine gefühlt und räumlich nah ist. Omnipräsent jedenfalls dringt er ein in unsere Gedanken, Träume und Gefühlswelten, und ja: er beeinflusst auch unsere Arbeit, auch die, die nichts mit Krieg zu tun hat. Andererseits hat sie im Falle meines Textes eben doch, nämlich in den autobiographischen Teilen, in denen von Kindheit die Rede ist, von meinem kindlichen Nichtverstehen, mit Krieg zu tun. Hier ein Stück aus dem Manuskript:

Dann sitze ich plötzlich im mit Möbeln vollgestopften winzigen Wohnzimmer der Großeltern. Ein Feiertag. Oder ein Geburtstag. Kaffee und Kuchen. Alle sprechen durcheinander, die Onkel und Tanten, die Eltern und die Großeltern, alle Plätze besetzt, die Cousinen am Fenster auf Stühlen, mein Bruder sitzt neben meiner Mutter, ich auf der Kante des Sofas, eingequetscht zwischen dem einen Onkel und dem andern Onkel. Ich beobachte meine beschuhten Füße auf dem ochsenblutroten Dielenboden an der Kante zum Teppich, der unter dem Couchtisch liegt. Verstehen tue ich nichts. Fragt man mich etwas, so blicke ich kurz auf und sage Ja. Über mich hinweg fliegen die Worte. Eine Tante streicht mir über’s Haar. Wie schön, sagt sie. Ein Onkel ruft mehrmals Front, darauf Stalingrad der andere, die Zehen einzeln wieder der eine, mit dem letzten Flieger der andere, abgebrochen, und dann raus. Daraufhin schweigen alle, der Kohleofen knackt leise und tickert vor sich hin, bis die eine Tante, die einmal Friseuse gewesen war, wieder mein Haar lobt. Ach, wärst du nur ein Mädchen geworden, sagt sie immer. Ich sage nichts.

Was mir lange schon durch den Kopf ging, dass ich nämlich nur kurze 19 Jahre nach dem Ende des II. Weltkriegs geboren bin, 31 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers, erfährt dieser Tage eine neue Brisanz. Was tun? Diskutieren? Sagen, dass etwa die polnische Regierung einen rassistisch motivierten Blick auf Flüchtlinge hat, und dass sich in Deutschland eben dies (gleichsam unterhalb des Radars) auch in der Praxis der vielen „Einzelfälle“ beobachten lässt, Abschiebung von Asylbewerbern, nicht eben selten von Menschen mit Arbeitsplätzen und Kindern, die nur deutsch sprechen, naja, Sie wissen schon, morgens um sechs die Tür einrennen, Vater, Mutter und Kinder ab in den Flieger, aus die Maus. Oder man denke nur an die Flüchtlinge auf Lesbos und anderswo, die man in Lagern mehr schlecht als recht leben und ohne Hoffnung vor sich hin vegetieren lässt, statt ihnen zu helfen. Weil sie keine Europäer sind? So sieht es aus. So ist es! Krieg vernebelt nicht nur die Wahrheit, sie offenbart sie mitunter auch. Denn warum darf ein „normal“ um Asyl bittender Mensch in Deutschland nicht mal seinen Landkreis verlassen, Wohnsitzauflage, während Ukrainer sich nun frei in der EU bewegen dürfen? Muss das nun nicht zwingend für alle gelten, die um Asyl nachsuchen? Unabhängig von der Berichtslage? Denn zwingende Gründe für den Aufenthalt bei „uns“ haben ja alle, der putinsche Krieg in der Ukraine ist ja schließlich nicht der einzige auf der Welt. Krieg ist immer, nur nicht immer unmittelbar überall. Aber das alles sind nur wohlfeile Gedanken eines Schreibers, eines „Schriftlers“, der im Trockenen sitzt und sich fragt, ob er sich angesichts der Lage auf sein im Herbst erscheinendes neues Buch freuen und sich mit Arbeitsfreude seinem neuen Text widmen darf, der womöglich dann auch in Kriegszeiten veröffentlicht wird. Oder eher: wenn er veröffentlicht wird, wird Krieg sein. Also weiter im Text? Ja, weiter im Text.

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Die Ästhetik des technisch Miserablen IV

Imgrunde ist heute der Tag, einen Beitrag ganz anderer Art einzustellen, denn heute vor 25 Jahren habe ich mich in der Meldestelle Pappelallee in Berlin angemeldet. Ein Vierteljahrhundert Berlin, mehr als die Hälfte meines Erwachsenenlebens, weit mehr Jahre als in jeder anderen Stadt! Eine Menge Zeit fürs Leben. Doch frage nicht, was du der Stadt zu verdanken hast, sondern frage, was sie dir zu verdanken hat. So heißt es doch, oder! Was das technisch Miserable angeht, so sitze ich seit ein paar Tagen wieder an einem Text, der nicht die Spur davon haben darf. Eine lange Erzählung essayistischer Art, die ich bisher intern verschlagworte mit den Begriffen Visualistik, Fotografie, Biographie, Autofiktion, Hermeneutik, Depersonalisierung, Magischer Idealismus, Novalis. Es geht also um die Ästhetik des rundherum Gelungenen. Wie gut, dass es mehrere Weisen der Ästhetik gibt und jede ihren Platz findet.

Brandenburg et alia 007. © Norbert W. Schlinkert 2022

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Die Ästhetik des technisch Miserablen III

Das technisch Miserable hat mitunter eine hohe poetische Qualität, umgekehrt kommt das sehr viel seltener vor, fast nie. Es ist also eine Sache der Bedingung. Mit einem schlechten Pinsel und schlechter Farbe auf schlechtem Grund lässt sich durchaus ein Meisterwerk schaffen, wenn die Schaffensbedingungen ausdrücklich nicht vorausgesetzt werden, sondern integraler Teil sind des Schaffens. Aus Versehen gemachtes Miserables kann nur irrtümlich oder etwa aus einem Gewinnstreben heraus als ein Werk hoher Qualität angenommen werden.

Brandenburg et alia 006. © Norbert W. Schlinkert 2022.

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Die Ästhetik des technisch Miserablen II

Mein Mobiltelefon, ein Nokia C2-01, besitzt eine Kamera auf dem technischen Stand von vor zehn Jahren. Das Verschicken von Fotos ist nicht möglich. Der Bildschirm ist mäusekinowinzig. Die Fotografien habe ich gerade wegen der limitierten Möglichkeiten gemacht, um mit den Ergebnissen dann weiterzuarbeiten, um „etwas“ offen lassen zu können. Ich habe die Fotos mit einer kleinen, preiswerten Digitalkamera abfotografiert, einige habe ich ausdrucken lassen, um dann in diese Ausdrucke hineinzuarbeiten. In der Versuchsreihe „Die Ästhetik des technisch Miserablen“ zeige ich zunächst aber nur unbearbeitete Bilder mit dem Titel Brandenburg et alia. Das ist erst einmal alles.

Brandenburg et alia 002A. © Norbert W. Schlinkert 2022.

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Die Ästhetik des technisch Miserablen I

Fachmenschen muss man nicht kommen mit gleichsam andersherum gedachten und gemachten Bildern, Fotos, Objekten und sonstigen Dingen der bildenden Kunst, da fehlt zumeist jedes Verständnis. Das Unvollkommene, das Fragmentarische, ja das billig gemachte ist oft nicht Form genug, die Idee in ihrer Gesamtheit reicht ihnen nicht – das Gleiche mit besserem Material, besserer Technik, besserem Konzept wäre zu akzeptieren, würde beurteilt werden können. Aber wäre es, so frage ich, angesicht der Perfektion des Technischen, angesichts all der Möglichkeiten, es oftmals fraglos wirklich perfekt zu machen, nicht an der Zeit, eine neue Arte Povera zu begründen, vielleicht sogar einfach aus dem Gedanken heraus, sich nicht von der Technik verführen, lenken, beherrschen zu lassen? Das Erschaffen von „armen“ Kunstwerken nicht als ein Kunstgriff, ein Unterlaufen des Gängigen, des Kunstmarktes, sondern schlicht als eine Vereinfachung, als eine Entscheidung, nicht aus dem Vollen schöpfen zu wollen, sondern mit einfachen, unspektakulären Mitteln auszuloten, was mit eben diesen Mitteln machbar ist. Das nimmt den Kunstwerken, die nur mit hohem technischen Aufwand zu erschaffen sind, nichts von ihrer Idee, das „Unvollkommene“ will nicht Vorstufe sein, sondern ist wie alle Kunst der Versuch, der Welt etwas zwecklos Ästhetisches (in ihrer gesamten Bandbreite) hinzuzufügen, was die Welt noch nicht gesehen hat.

Brandenburg et alia 001A. © Norbert W. Schlinkert 2022.

 

 

 

 

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Spatz & Spiegel (Gedicht)

Spatz & Spiegel

Mit Spatzen auf Kanonen schießen,

die Taube in der Hand zerdrücken,

trotz Regen & Traufe trocken bleiben,

in Gefahr die Anderen umkommen lassen:

Spieglein, Spieglein an der Wand …

Norbert W. Schlinkert: Baum und Borke

 

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Wenn der Müller Crispin auf den Pumphut trifft

Vor genau hundert Jahren veröffentlichte die Schriftstellerin Juliane Karwath (1877–1931) ihr Buch „Die Abenteuer des Müllers Crispin“. Der Literaturarchäologe Martin A. Völker hat es wiederentdeckt.

Wie schreibt man über ein Buch, das man zwei Mal in kurzer Frist gelesen hat? Einmal aus Lust und Laune und ein zweites Mal dieser Besprechung wegen. Zunächst einmal fällt mir Jean Paul ein, der in seinem „Siebenkäs“ (1796–97), nämlich in der Vorrede zum zweiten, dritten und vierten Bändchen, folgendes zum Besten gibt: „(…); und in der Tat ist ein Buch, das nicht wert ist, zweimal gelesen zu werden, auch nicht würdig, daß mans einmal lieset.“ Nun, der „Crispin“ von Juliane Karwath ist so ein Buch, das man gerne zwei Mal liest. Kern der Erzählungen, die als Ganzes auch Roman genannt werden dürften, sind schlesische Sagen. Doch wer jetzt denkt, das müsse wohl eher etwas für ganz junge Leser sein oder ein ehrenwerter Versuch, alte Geschichten für unsere Zeit zu retten, der täuscht sich. Das Buch hat über die ausgebreitete Sagenwelt und das Wunderliche hinaus eine fein strukturierte Handlung mit charaktervollen Figuren zu bieten, seien diese nun echte Menschen oder auch sagenhafte Wesen wie der wandernde Müller Martin Pumphut oder die Tilla und die Grula aus der wilden, lebensfrohen Landkommune, deren dunkle und absonderliche Seiten neben aller Lebenslust durchaus aber auch zutage treten.

Zu Beginn gerät der Crispin als junger Müllersbursche auf seiner ersten Wanderung nach der Freisprechung sogleich zwischen die Welten, gewissermaßen zwischen Baum und Borke. Das Gebirge zieht ihn, den Flachländer aus dem (heute in Polen gelegenen) Bartschtal in Niederschlesien, magisch an. Er wandert nach Breslau, bleibt dort ein Jahr, um es dann endlich zu wagen. Mit einem Schneider als Gefährten geht es eines Morgens in die Berge. Und schon ist die Szenerie eine andere: „Die Wolken umzogen den Berg noch immer mit großer Schnelligkeit, es war sonderbar, diesem Kreisen, das fast ein Tanzen war, zuzusehen.“ Und weiter: „In grauer Morgenfrühe verließen sie mit ihren Ränzeln die Herberge und steckten schon nach kurzer Wanderung mitten im Nebel. Eben hatten noch die Sterne geleuchtet, jetzt waren sie von diesem Berg verhüllt, in dessen Atem sie eingetreten waren.“ Wer sich hier an ein Setting à la Howard P. Lovercraft erinnert fühlt, liegt sicher nicht falsch. So dauert es auch nicht lange, bis Crispin, nun allein unterwegs, in ein Gebirgstal gerät und in die Schwedenmühle. Vor dieser liegt ein  zerbrochener Mühlstein, sie steht still, und in ihr herrscht die pure Angst, seit aus dem Wald in vielen Nächten entsetzliche Schreie zu hören sind. Ein Ungeheuer geht um, das Mensch und Tier zerreißt, und eben deswegen ist man gegen Crispin misstrauisch, weil er unbeschadet durch den Wald gekommen ist. Ist er das Ungeheuer, der Werwolf? In den Rauhnächten (zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar) spitzt sich die Lage schließlich zu, eine Treibjagt auf Wölfe findet statt, ein Jäger nimmt Quartier in der Mühle und die Müllersstochter Barbara legt ein sonderbares Verhalten an den Tag … Ist der Jäger etwa der Werwolf? Dem Crispin jedenfalls, der den Jäger im Morgengrauen aus der Mühle bringen will, wird am Ende des ersten Kapitels vom alten Müller Gottlobel Wegweisendes mitgegeben: „Mir scheint es sogar … mir scheint es, du bist selbst dabei in die Gewalt der bösen Mächte geraten!“

Nach weiteren Abenteuern trifft Crispin den sagenhaften wandernden Müller Martin Pumphut, von dem gesagt worden war, er sei längst tot. Mit diesem nun wandert er auf eine andere Weise, „als ob es doch ein ganz anderes Marschieren sei, als ob der harte rote Boden nur so unter den Füßen flöge, das Felsgestein nur so vorbeiwanderte, und als ob die vielen Buchen, die vielen, vielen grauen und blauen Buchen in einem jähen Tanze nebenher zögen.“ Und er erfährt, dass dem Pumphut von einer Drulle in seiner frühen Jugendzeit prophezeit worden sei, dass „nichts anderes mich zu Ende bringen könnte als ein über die Maßen reizendes Frauenzimmer“, das ihm allerdings noch nie begegnet sei. Und in der Tat scheint Pumphut auch den schönsten Frauen nicht viel abgewinnen zu können, ganz anders als Crispin.

Zuviel soll nun nicht verraten werden, des Lesevergnügens halber. Nur so viel sei angemerkt, dass es Juliane Karwath meisterhaft gelingt, eine spannende, in sich runde und im wahrsten Sinne des Wortes tiefgründige Geschichte zu erzählen. Von der ersten Zeile an wird man in die Welt des Müllers Crispin geradezu hineingezogen, nicht zuletzt auch dank der kraftvollen, präzisen und musikalischen, sowohl dem Expressionismus als auch der Märchenwelt nahestehenden Sprache Karwaths.

In dem umfangreichen und lesenswerten Nachwort schließlich widmet sich der Herausgeber Martin A. Völker nicht nur der Schriftstellerin Juliane Karwath, sondern besonders auch dem „Als-Ob in der Literatur“, eine im „Crispin“ häufig verwendete Konstruktion, die immer auf das Scheinhafte, auf Scheingebilde verweist. Einem Franz Kafka galt dieses „Als-Ob“ sogar, wie Völker anmerkt, immer als eine „Schlinge des Bösen“ – wofür Juliane Karwath mit ihrem „Crispin“ gleichsam den Beweis liefert.

Juliane Karwath: Die Abenteuer des Müllers Crispin. Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker. Elsinor Verlag 2022. ISBN 978-3-942788-58-8. 16,00 €

Juliane Karwath: Die Abenteuer des Müllers Crispin. Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker. Elsinor Verlag 2022. ISBN 978-3-942788-58-8.

Dieser Beitrag erschien zuerst am 04. Februar 2022 in der Freitag.

 

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Schwinter (Gedicht)

Schwinter

Schnupfen, Schnaps & Schniefen,

des Winters Weh & Winters Leid,

wenn die falschen Geister riefen,

ist das schöne Leben seltsam weit.

 

Das Weihnachtsfest steht an & droht,

da ist nur Geifer, Streit & Stress,

die Besinnlichkeit ist schier verroht,

da hilft auch keine heil’ge Mess’.

 

Das christlich’ Fest liegt hinter uns,

das Heidnische des Wechsels steht nun an,

da kannste dich benehmen wie’n Schlunz,

es gilt das Vollidiotenschutzprogramm.

 

Zum End’ des Winters wird’s dann bunter,

im Westen treiben’s die Gecken feist,

den Bach nun geht’s schon wieder runter,

doch einige meiden’s auch & sind verreist.

 

Dann aber ist der Winter schon vorbei,

der Schlaue hat das Schlimmste ignoriert,

dem schrillen Frühling ist’s auch einerlei,

weil der sich gänzlich anders ausagiert …

 

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Pandemie (war da was?)

Pandemie (war da was?)

Wir schreiben das Jahr (welches Herrn?) 21

und wenn die 23 wird zu schreiben sein

hat alle Welt die bleiernd’ Zeit vergessen

so fragt es sich so frag ich mich

verdrängt die Fotos Grafiken Tabellen

ein Berg ein Stapellauf aus Särgen

der Toten Zahl doch stieg und stieg

die Welt stand still geraume Zeiten

und Grenz’ um Grenze tat sich auf

im Kleinen wie im Großen auch

Verwirrung Leugnung brach sich Bahn

Dummheit schrieb sich in Gesichter ein

Verschwörertum & Elend auf den Straßen

– vergessen soll dies alles sein?

 

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